03. Juni 2012

Bartsch zur Linken-Krise: «Spaltung ist im Kern der Tod»

Göttingen (dpa) - Der gescheiterte Kandidat für den Linke-Vorsitz, Dietmar Bartsch, sieht keine Gefahr eines Auseinanderbrechens der Partei. «Eine Spaltung ist ein Gespenst, das herbeigeredet wird, für das es keine Grundlage gibt», sagte der Wortführer der ostdeutschen Reformer der dpa.

Bartsch
«Es geht nicht darum, dass sich ein Mann eine Frau sucht. Deshalb wird das mit mir auch nicht stattfinden»: Der stellvertretende Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Foto: Robert Schlesinger / Archiv
dpa

«Eine Spaltung ist im Kern der Tod, und deswegen wird es das auch nicht geben.» Bei der Wahl für die neue Doppelspitze hatte der linke Parteiflügel um Oskar Lafontaine ihren Kandidaten Bernd Riexinger gegen Bartsch durchgesetzt. Die zweite neue Vorsitzende Katja Kipping steht zwischen den beiden Flügeln. Bartsch sieht sich trotzdem nicht als Verlierer. Die Auseinandersetzung vor der Wahl einberechnet sei er «durchaus zufrieden», sagte Bartsch. «Es gab vorher ja auch noch einen anderen Kandidaten», sagte er mit Blick auf Lafontaine, der auf seine Kandidatur zwei Wochen vor dem Parteitag verzichtet hatte.

Bartsch will nun als Fraktionsvize im Bundestag weitermachen und auch in der Partei weiter mitmischen, auch wenn er nicht für andere Vorstandsposten kandidiert. «Ich werde weiterhin in der Partei eine Rolle spielen, vermutlich keine unwichtige», sagte der 54-Jährige. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Partei wieder aus ihrem Umfragetief herauskommen kann. «Harte Kärrnerarbeit ist angesagt.» Man müsse dabei auf die Mitgliederbasis setzen. «Wir haben mehr Mitglieder als Grüne und FDP und mit diesem Pfund müssen wir wuchern, nicht mit Heilsbringern.»

Linke zu Parteitag allgemein

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