Ludwigsburg | 05. April 2017

Bayern kehrt zurück zum neunjährigen Gymnasium

München/Ludwigsburg. Kehrtwende in der bayerischen Bildungspolitik: Der Freistaat macht das neunjährige Gymnasium (G9) wieder zum Regelangebot. Für Schüler, die das Abitur bereits nach acht Jahren ablegen wollen, wird eine sogenannte Überholspur eingerichtet: Sie sollen zwei Jahre lang Zusatzkurse belegen können und dann die elfte Klasse auslassen. Einen entsprechenden Beschluss will die CSU-Landtagsfraktion in München heute fassen.

Der Freistaat hatte das achtjährige Gymnasium vor 13 Jahren in einer Hauruck-Entscheidung eingeführt. Wie in anderen Bundesländern auch war seitdem die Diskussion um Überlastung der Schüler durch die Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr nicht abgeflaut. Hatte CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer zu Beginn der Legislaturperiode noch erklärt, am G8 werde nicht gerüttelt, entschied er sich eineinhalb Jahre vor den nächsten Landtagswahlen im Herbst 2018 um. Der Start des G9 soll nun in Bayern zum Schuljahresbeginn 2018/19 erfolgen.

In Baden-Württemberg war das achtjährige Gymnasium mit Beginn des Schuljahres 2004/05 eingeführt worden. Auch hier gibt es massive Kritik an der verkürzten Schulzeit. Derzeit läuft landesweit an 44 Gymnasien ein Modellversuch mit G9.

In Ludwigsburg ist das Mörike-Gymnasium das einzige Gymnasium mit einem G9-Zug. Das Interesse an dieser Schule ist groß, doch im Vordergrund steht für die Eltern das Kunstprofil des Gymnasiums. (dpa/mb)

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