24. Oktober 2013

Behörde: Merkel-Handy als nicht abhörsicher eingestuft

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel war noch im Bundestagswahlkampf mit einem Nokia 6210 Navigator unterwegs. Bei diesem einfachen Smartphone, das Merkel jahrelang nutzte, waren aber quasi alle «Smart»-Funktionen außer dem eigentlichen Telefonieren und dem Versenden von SMS abgeschaltet worden.

Merkels altes Handy
Noch mit dem alten Handy, das vermutlich abgehört wurde: Angela Merkel bei einer Wahlveranstaltung in Rostock-Warnemünde. Foto Stefan Sauer/Archiv Foto: Stefan Sauer
dpa

Das Gerät, das mutmaßlich vom US-Geheimdienst NSA angezapft wurde, war nicht als abhörsicher eingestuft. Das sagte ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) laut einem Bericht des Nachrichtenportals «Süddeutsche.de» vom Donnerstag. Das Medium zieht daraus den Schluss, dass das Handy gar nicht für den Gebrauch am Arbeitsplatz zugelassen gewesen sei.

Auf der CeBIT im März konnte sich Merkel die beiden in Frage kommenden Nachfolgemodelle anschauen, die über eine Internet-Verbindung verfügen und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als sicher zertifiziert wurden.

Zur Auswahl steht ein modifiziertes Samsung Galaxy S3, auf dem die übliche Android-Software komplett entfernt und durch eine Softwarelösung der Telekom-Tochter T-Systems ersetzt wurde. Alternativ kann sie sich auch für ein Smartphone Blackberry Z10 entscheiden, das von der Düsseldorfer Sicherheitssoftware-Firma Secusmart abgesichert wurde.

Beide Geräte entsprechen nicht den Standard-Ausführungen eines Galaxy S3 oder Blackberry Z10 und dürfen sich beispielsweise nicht mit öffentlichen WLANs verbinden. Mit den abhörsichereren Telefonen kann man auch unverschlüsselt telefonieren. Diese unsicheren Telefonate können allerdings abgehört werden

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