04. Mai 2012

Berlin erwartet keine schnelle Lösung für Timoschenko

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung erwartet keine schnelle Lösung im Fall der früheren ukrainischen Regierungschefin Julia Timoschenko. Zwischen deutschen und ukrainischen Behörden gebe es sehr intensive Kontakte mit dem Ziel, dass Timoschenko eine angemessene medizinische Behandlung erhalte.

Julia Timoschenko
In der Ukraine inhaftiert: Julia Timoschenko. Foto: Sergey Dolzhenko/Archiv
dpa

Das sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin. Das Angebot einer Behandlung in Deutschland stehe. Hier Lösungen zu erreichen, sei aber kompliziert und werde sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. «Wir hoffen, dass wir Fortschritte erzielen können», sagte der AA-Sprecher.

Der Chef der Berliner Charité-Klinik, Karl Max Einhäupl, reiste nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag erneut in die Ukraine, um die inhaftierte Politikerin im Krankenhaus zu besuchen. Er wird von deutschen Diplomaten begleitet. Die 51-Jährige leidet nach Angaben der deutschen Ärzte an einem Bandscheibenvorfall, aus dem sich chronische Schmerzen entwickelt haben.

Ob Kanzlerin Angela Merkel (CDU) oder andere Minister angesichts der Menschenrechtslage Spiele der Fußball-EM in der Ukraine meiden werden, ist weiter offen. Vize-Regierungssprecher Georg Streiter bekräftigte, dies werde «relativ kurzfristig» unter besonderer Berücksichtigung dieses Falles entschieden. Noch gebe es keine Reisepläne, auch nicht für das EM-Mitgastgeberland Polen.

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