14. Dezember 2012

Chronologie: Bombenfund am Bonner Bahnhof

Berlin (dpa) - Ein Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof hält Bevölkerung und Ermittler seit Beginn der Woche in Atem. Ein Rückblick:

Durchsuchung
Polizisten untersuchen nach gezielten Sprengung der verdächtigen Tasche am Montag den Bonner Hauptbahnhof. Foto: Meike Böschemeyer
dpa

10. Dezember: Passanten entdecken gegen 14.00 Uhr eine herrenlose Tasche an einem Gleis. Der Bahnhof wird komplett abgeriegelt, der Zugverkehr ist erheblich gestört. Spezialisten der Bundespolizei beschießen die Tasche mit Wasser und untersuchen die Einzelteile. Am Abend heißt es, sie habe «potenziell zündfähiges Material» enthalten. Ein Zünder wird zunächst nicht entdeckt. Nach Medienberichten haben Zeugen junge Männer beim Abstellen der Sporttasche beobachtet.

11. Dezember: Ermittler nehmen einen gebürtigen Somalier aus der Islamistenszene fest. Medienberichten zufolge geht den Fahndern in Bonn ein zweiter Verdächtiger ins Netz. Am Abend teilt die Polizei mit, beide Verdächtige seien wieder auf freiem Fuß. Die Suche nach dem mutmaßlichen Haupttäter geht per Phantombild weiter. Er wurde laut Polizei von einem 14 Jahre alten Schüler beschrieben.

12. Dezember: Nach Einschätzung der Ermittler war der Sprengsatz hochgefährlich. Ob die Bombe funktionsfähig gewesen sei, müsse noch geklärt werden, teilt die Generalbundesanwaltschaft mit. Ausreichende Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gebe es bisher nicht. Die Polizei weitet die Fahndung auf einen zweiten Verdächtigen aus - gesucht werden nun ein dunkel- und ein hellhäutiger Mann.

13. Dezember: Die Bundesregierung warnt vor Überreaktionen. Es gebe keine Hinweise auf erhöhte Terrorgefahr etwa auf Weihnachtsmärkten, betont das Innenministerium. Ein dritter Mann wird als Zeuge gesucht. Er habe Bahnmitarbeitern die herrenlose Tasche gemeldet.

14. Dezember: Die Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen. Offensichtlich handele es sich um den Anschlagsversuch einer terroristischen Vereinigung. Der Westdeutsche Rundfunk berichtet, die Bombe sei ferngezündet worden, wegen eines Baufehlers aber nicht detoniert. Dies sei nur «eine von mehreren Ermittlungsthesen», heißt es bei der Polizei.

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