29. Mai 2012

Der Württemberger Wein

Untrennbar verbunden mit Land, Leuten und Landschaft

Foto: Patrick Seeger dpa

Das Landschaftsbild im mittleren Neckartal bestimmen die steilen,  auch touristisch interessanten Muschelkalk-Terrassen bei Mundelsheim, Besigheim und Kirchheim. Dort gedeihen Trollinger, Lemberger, Silvaner, Riesling und Müller-Thurgau mit Frucht und Fülle, Wärme und Eleganz.
Schon Mitte des 19. Jahrhunderts kümmern sich in Württemberg Weingärtnergenossen um Anbau und Qualität, Vermarktung und Entwicklung von Wein und Weinbau. Heute sind in keinem anderen Anbaugebiet Deutschlands sind so viele Weingärtner Mitglied einer Genossenschaft wie in Württemberg. Nicht weniger als 85 % der gesamten Traubenernte wird in genossenschaftlichen Kellereien zu harmonischen Weinen ausgebaut – vom frischen Qualitätswein bis zur exquisiten Auslese.
Die Weingärtnergenossenschaften beherrschen Tradition und die Regeln des modernen Weinausbaus. Vom schonenden Pressen der Maische über die Gärung in gekühlten Edelstahltanks bis zur fachgerechten Lagerung der Weine. Neben fortschrittlicher Technik sind aber vor allem die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl der Kellermeister gefragt. Leistungsstarke Abfüllanlagen sowie rationelle Warenwirtschafts- und Logistiksysteme runden das Bild eines modernen Genossenschaftsbetriebes ab. Dass dabei die Pflege alter Traditionen nicht zu kurz kommt, beweisen die Barrique-Weine. Für diese Spezialitäten wird nur ausgesuchtes Lesegut in kleinen Eichenholzfässern, den Barrique-Fässern, zu charaktervollen Weinen ausgebaut. Die Gerbstoffe der Eiche werden während der Reifezeit an den Wein abgegeben und verleihen ihm so sein unverwechselbares Aroma, das an Vanille, Zimt und Karamell erinnern kann.
Für den einen ist die Cuvée ein Beispiel gelungener Weinmacherkunst, für den anderen nichts weiter als eine Mischung aus verschiedenen Rebsorten oder Jahrgängen, die im deutschen Weinrecht den passenden Namen Verschnitt trägt. Doch viel schöner klingt die französische Bezeichnung Cuvée.
Beim Rebsortenverschnitt sind nach dem deutschen Weingesetz nur zwei Rebsorten beteiligt. Dabei wird die Sorte, die den größten Anteil stellt, an erster Stelle auf dem Etikett genannt. Trollinger mit Lemberger ist so ein Beispiel, das jeder Württemberger kennt. In diesem Fall besteht der Wein mehr als zur Hälfte aus Trollinger, bei der selteneren Kombination Lemberger mit Trollinger ist es natürlich umgekehrt.
Ein Verschnitt ist keinesfalls das willkürliche Mischen von Weinen, sondern vielmehr eine Kunst, die viel Können, Feingefühl und Erfahrung voraussetzt. Denn erst durch die fein abgestimmte Zusammenstellung sich ergänzender Sorten – meist ein gut gehütetes Geheimnis des Kellermeisters – wird der Wein besonders rund und harmonisch. Im Übrigen dürfen nur rote Sorten zu Rotwein Cuvées und weiße Sorten zu Weißwein-Cuvées kombiniert werden.
Cuvéeweine werden vor allem für den Premiumbereich vinifiziert, sie ergänzen das Weinangebot mit ausdrucksvollen Weinen, die sich besonders zur harmonischen Begleitung von Speisen eignen. Anhänger des Cuvéegedankens schätzen die Vielfalt der Geschmackseindrücke, die durch die Kombination verschiedener, sich ergänzender Weine entstehen.
Auf der Beliebtheitsskala die Nase vorn haben bei uns aber die sortentypischen Weine, die so genannten Rebsortenweine. Für die Freunde von reinsortigem Trollinger, Schwarzriesling, Lemberger oder Spätburgunder gibt es einfach nichts Besseres, als die typischen Aromen ihrer Lieblingsrebe in der Nase oder auf dem Gaumen zu spüren. Auch Weißwein-Liebhaber bevorzugen Riesling oder Kerner lieber pur.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
UMFRAGE
Handy im Auto

Wie halten Sie es mit der Handy-Nutzung im Auto? In meinem Auto benutze ich mein Handy....

Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil