12. Januar 2012

Deutlich entspannter in die Wechseljahre

Ein sonniger Sonntagmorgen in einem Ludwigsburger Yoga-Studio. Bei der Schlussentspannung sind die Frauen ganz in sich versunken, es herrscht eine meditative Atmosphäre. Mit Hormon-Yoga wollen sie wieder ins Gleichgewicht
kommen.

Bild: Benjamin Stollenberg
Ein sonniger Sonntagmorgen in einem Ludwigsburger Yoga-Studio. Bei der Schlussentspannung sind die Frauen ganz in sich versunken, es herrscht eine meditative Atmosphäre. Mit Hormon-Yoga wollen sie wieder ins Gleichgewicht
kommen.

Hormon-Yoga will vor allem die unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre wie Hitzewallungen, Unruhe, Schlaflosigkeit, Migräne, emotionale Verstimmungen, Depressionen, Antriebslosigkeit, Haarausfall und Gelenkschmerzen lindern helfen. Das Gespräch mit Teilnehmerinnen zeigt, dass die Frauen heute eher nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten suchen, statt auf eine Hormonersatztherapie zu setzen.
Sie betreibe schon seit knapp einem Jahr Yoga und wolle nun diese besonderen Übungen kennenlernen, berichtet eine Teilnehmerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Mittvierzigerin ist fest entschlossen, mit solchen Methoden über die Wechseljahre zu kommen. Eine andere Yogaschülerin hat bereits fünf Jahre lang Hormone geschluckt, weil sie die Beschwerden nicht mehr ausgehalten hat. Jetzt will sie einen neuen Weg gehen.
Den zeigt ihnen die Yogalehrerin Annamaria Modica-Kurth, die das Hormon-
Yoga aufgrund eigener Wechseljahreserfahrungen für sich entdeckt hat und ihre Kenntnisse nun weitergibt. Der von ihr genannte Unterschied zum klassischen Yoga: Atemtechnik und Übungen seien beim Hormon-Yoga nicht getrennt.
Durch die tiefe Atmung werde überdies eigene Energie aktiviert, während die
Übungen direkt auf Hypophyse, Schilddrüse, Thymusdrüse, Nebennieren und
Eierstöcke wirken würden. Außerdem werde eine bewegliche Wirbelsäule angestrebt, was gerade im Alter sehr wichtig sei. Hinzu komme die Entspannung, die ermögliche, den Hormonschwankungen mit innerer Ausgeglichenheit zu begegnen. Denn Yoga ist auch Philosophie und hier heißt es, die verschiedenen Phasen des Lebens mit seinen Höhen und Tiefen anzunehmen, statt sie zu bekämpfen. Um eine positive Wirkung auf die Gesundheit zu spüren, sollten die Übungen aber regelmäßig und über einen längeren Zeitraum praktiziert werden, betont die Yogalehrerin. Sie empfiehlt überdies eine Ernährungsumstellung, um die Wechseljahresbeschwerden zu verringern. Weniger Fett und Fleisch, dafür mehr Vitalstoffe lautet ihre Devise. „Durch das Yoga habe ich eine positive Lebenseinstellung bekommen, ich fühle mich deutlich besser und brauche keine Hormontabletten“, sagt Annamaria Modica-Kurth. Hormon-Yoga hilft der Kursleiterin zufolge auch beim prämenstruellen Syndrom (PMS) sowie bei unerfülltem Kinderwunsch.

Bereits mit 35 Jahren sei ein guter Zeitpunkt, mit den Übungen zu beginnen, da in diesem Alter bereits die Hormonproduktion im weiblichen Körper zurückgehe, so Annamaria Modica-Kurth.
VON ANGELIKA BAUMEISTER
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