Ludwigsburg | 16. April 2018

Ein Pflegeheim wächst in Rekordzeit in die Höhe

In nur 14 Monaten Bauzeit entsteht das neue Haus am Wunnenstein – Es gibt nun 78 Einzelzimmer – Zum Ortszentrum wird ein Fußweg angelegt

Wie mit ausgestreckten Armen nimmt das neue Haus am Wunnenstein Bewohner und Besucher auf (links). Hell, freundlich und mit einem ausgefeilten Farbkonzept sind nicht nur die Essbereiche gestaltet. Fotos: Holm Wolschendorf
Wie mit ausgestreckten Armen nimmt das neue Haus am Wunnenstein Bewohner und Besucher auf (links). Hell, freundlich und mit einem ausgefeilten Farbkonzept sind nicht nur die Essbereiche gestaltet. Fotos: Holm Wolschendorf
Zu jedem Wohnbereich gehört eine offene Küche.
Zu jedem Wohnbereich gehört eine offene Küche.

Hell, farbenfroh, freundlich und ganz neu: So zeigt sich das Haus am Wunnenstein am Samstag den Besuchern beim Tag der offenen Tür. Die Bewohner leben schon seit Anfang Februar in den neuen Räumen und die Freude, dass alles so gut geklappt hat und das ganze Haus nicht nur zweckmäßig, sondern auch schön und wohnlich geraten ist, wird überall spürbar.

Dass das neue Haus am Wunnenstein in Winzerhausen und genau schräg gegenüber der bisherigen Einrichtung gebaut werden konnte, war ein großes Glück und das Ergebnis einer vorausschauenden Entscheidung. Bereits im Jahr 2013 hat die Karl-Schaude-Stiftung, die Trägerin der Einrichtung ist, den gegenüberliegenden Bauernhof gekauft, ein altes, verwahrlostes Gebäude mit einem großen Grundstück.

„Es war eine Nacht-und-Nebel-Aktion“, erinnert sich Hartmut Braun, der Vorsitzende der Stiftung. Denn in den vergangenen Jahren war immer die drohende Kündigung der Räume durch die Eigentümerin wie ein Damoklesschwert über dem Pflegeheim gehangen. Was wäre dann passiert? „Wenn wir das Grundstück nicht gehabt hätten, dann hätten wir aufhören und die Bewohner auf andere Pflegeheime verteilen müssen“, ist Hartmut Braun überzeugt.

Es wäre bereits das zweite Mal in der Geschichte des seit den 1960er Jahren bestehenden Pflegeheims gewesen, dass es Spitz auf Knopf stand. Im Jahr 2007 war die Einrichtung unter ihrer damaligen Leitung weger finanzieller Unregelmäßigkeiten in die Schlagzeilen geraten. Nur ein neu eingesetzter und bis heute amtierender ehrenamtlicher Vorstand hatte die Schließung verhindern können. „Wir hätten 125 Bewohner anderswo unterbringen müssen“, erinnert sich Braun. Angesichts der besonderen Klientel kein einfaches Unterfangen: Pflegeheime für alte Menschen mit psychischen Problemen gibt es nicht viele.

In den alten Geschichten wollen aber weder Stiftungsvorstand noch Heimleitung blättern. Schon mit dem neuen Namen „Haus am Wunnenstein“ hatte eine neue Zeit für das Pflegeheim begonnen. Mit dem Umzug in das neue Haus ist dieses Kapitel nun endgültig abgeschlossen. „Wir waren unheimlich in Zugzwang“, sagt Stiftungsvorsitzender Hartmut Braun, denn im Oktober 2015 hatte die Eigentümerin des alten Gebäudes dem Pflegeheim auf den 31. Dezember 2017 gekündigt. Dann musste alles schnell gehen – und es ging schnell. In der Rekordzeit von 14 Monaten wuchs der Neubau in die Höhe.

Wie es den Anforderungen entspricht, gibt es im Haus am Wunnenstein nur Einzelzimmer. Das hat die Zahl der Plätze von bisher 90 auf 78 verringert – eine Tatsache, die wegen der Wirtschaftlichkeit zwar wehtut, aber ein 100-Betten-Haus hätte nicht ins Ortsbild gepasst. Der Neubau dagegen fügt sich gut in Winzerhausen ein. Künftig soll es einen Fußweg ins Ortszentrum geben. Damit ist das Haus am Wunnenstein mit seinen Bewohnern wirklich mitten im Ort.

Andrea Nicht-Roth
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