Ludwigsburg | 16. November 2016

Ein Signal für das Singen

Regentropfen, Pfützen, platsch: Auf den Rhythmus kommt es an. Worte bilden Sätze und die werden mit Bewegung zu Gesang. Hört sich einfach an, ist aber ein komplexer Vorgang. Auch wenn die Kinder beim Eröffnungskonzert Lieder von Regen sangen, ging für Gerlinde Kretschmann, Ehefrau des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und seit einem halben Jahr Vorsitzende der Stiftung Singen, mit Kindern am Samstagvormittag die Sonne am musikalischen Himmel auf.

Singen verbindet – Singen ist gesund: Der Mädchenchor des Goethe-Gymnasium beim Tag der Kinderstimmen.
Singen verbindet – Singen ist gesund: Der Mädchenchor des Goethe-Gymnasium beim Tag der Kinderstimmen.
Foto: Benjamin Stollenberg

Die pensionierte Grundschullehrerin hat nach eigenem Bekunden den Niedergang des Musikunterrichts selbst erlebt. „Das Fach Musik verschwand einfach“, sagte sie. Nur noch die Lehrer hätten mit den Schülern gesungen, die auch das Bedürfnis danach gehabt hätten, ansonsten seien die Klassen verstummt. Auch in den Kindergärten werde immer weniger gesungen. Dank des landesweiten Engagements der Stiftung Singen mit Kindern konnten in den letzten Jahren über 400 Singpaten ausgebildet werden, die nun in den Schulen und Kindergärten wirken. Selbst Hebammen werden ausgebildet.

Gerlinde Kretschmann lobte ausdrücklich das vom Rotary-Club geförderte Engagement in Ludwigsburg und nannte als vorbildliche Einrichtungen in Sachen Singen den Musikkindergarten Villa Sonnenschein und die Friedensschule als singende Grundschule. „Mein Wunsch ist, dass vom Tag der Kinderstimmen in Ludwigsburg ein Signal für das Singen in unserem Land ausgeht“, schloss Gerlinde Kretschmann.

Erstmals veranstalteten die Jugendmusikschule Ludwigsburg und der Schwäbische Chorverband einen solchen Tag, der sich mit Workshops, Informationen und Werkstattarbeit an Eltern, Lehrer, Fachkräfte in der Kinderbetreuung, Chorleiter und Vereinsvorstände richtete.

Ein Ausbau des Bereichs Singen ist der Leiterin der Jugendmusikschule Christiane Schützer ein wichtiges Anliegen. „Unsere Stimme ist unser wichtigstes Ausdrucksmittel, Singen ist gesund und die Basis musikalischen Ausdrucksvermögens“, sagte Schützer. Laut dem Präsidenten des Schwäbischen Chorverbandes, Dr. Jörg Schmidt, schult das Singen auch Kreativität und Auffassungsvermögen der Kinder.

Wie das konkret aussieht, zeigte das Eröffnungskonzert, an dem 100 Kinder teilnahmen. Sie kamen aus den Elementarkursen der Jugendmusikschule, vom neu gegründeten Kinderchor der Jugendmusikschule sowie vom Kinderchor der Ulrichskirche in Pflugfelden. Bei den Spielszenen rund um das Thema Regen und Wasser wurde Musik ganzheitlich erlebt und das Geschehen mit einfachen Rhythmusinstrumenten umrahmt und auf fantasievolle Weise gestaltetet. Die Kinder stampften im Rhythmus, sie ließen Schirme tanzen, hissten die Segel und tummelten sich als kleine Fische im tiefen Meer. Die Darbietung inspirierte und motivierte auch die Besucher in der dicht besetzten Reithalle zum Mitsingen von „Pitsch, platsch“ bis zu „Hejo, spann den Wagen an“.

Beim anschließenden Empfang mit Oberbürgermeister Werner Spec und dem ebenfalls in der Stiftung Singen mit Kindern engagierte Musikprofessor Siegried Bauer lobte Gerlinde Kretschmann nochmals das Engagement der Stadt in der musikalischen Erziehung. Ludwigsburg sei auf dem richtigen Weg, betonte sie.

Angelika Baumeister
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