05. Juni 2012

Einen Euro pro Einwohner

Wer finanziert die Werbekampagne?

Michael Adam, neuer Landrat des Kreises Regen im Bayerischen Wald, legt auf seiner Internetseite für sich die Zahlen offen: 75 000 Euro kostete sein Wahlkampf. Das bedeutet für den Kreis Regen: ein Euro pro Einwohner – ein Satz, der auch bei Bürgermeisterwahlen gilt. SPD-Mann Adam brachte privat 28 000 Euro auf, 33 000 Euro kamen von 221 Privatpersonen und 28 Firmen. Einen Teil übernahm die Partei als Zuschuss oder gab zinslose Darlehen.
Ein ordentlicher Wahlkampf im Kreis Ludwigsburg käme auf einen sechsstelligen Betrag. Da wird es auch Direktwahl-Verfechter und SPD-Kreischef Thorsten Majer mulmig: „Es müssten Richtlinien für eine Oberbegrenzung her.“ Die finanziellen Möglichkeiten der Parteien seien begrenzt, sind sich Majer und sein Kollege von der CDU, Rainer Wieland einig. Der Christdemokrat geht noch weiter: „Es kann doch nicht sein, dass nur Vermögende antreten können – und andere bei einer Niederlage das eigene Häusle verkaufen müssen.“ Immerhin bekommt der Ludwigsburger Landrat knapp 7800 Euro monatliches Grundgehalt. In puncto Finanzierung verweist Grünen-Kreissprecher Dirk Werhahn auf Stuttgart: „Dort kostet der OB-Wahlkampf auch nicht weniger.“ Majer jedenfalls sieht die Einflussmöglichkeiten eines Landrats und will eines verhindern: „Dass Großspender in die Bresche springen.“ Eberhard Trumpp, Hauptgeschäftsführer des Landkreistages Baden-Württemberg, berichtet von Nordrhein-Westfalen: Dort löhnt ein Kandidat zunächst einmal 25 000 Euro, das Gros bringen Partei und Spender. Über Gesamtkosten werde gern geschwiegen. (bä)

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