22. Juli 2013

«Euro Hawk» - Chronik des Scheiterns

Berlin (dpa) - Zwölf Jahre wurde die Drohne «Euro Hawk» geplant, gebaut und getestet. Erst als das Projekt schon mehr als eine halbe Milliarde Euro verschlungen hatte, wurde es gestoppt.

Euro Hawk
Problemfall für den Verteidigungsminister: Ein Euro Hawk auf dem Luftwaffenstützpunkt Manching. Foto: Armin Weigel/Archiv
dpa

2001: Die rot-grüne Koalition bringt die Beschaffung einer Aufklärungsdrohne für die Bundeswehr auf den Weg. Die Aufklärungstechnik soll vom europäischen Unternehmen EADS kommen, das Fluggerät von der US-Firma Northrop Grumman.

2004: In einer Machbarkeitsstudie von EADS wird darauf hingewiesen, dass die Zulassungsverfahren zu Kostensteigerungen und Verzögerungen führen können.

Januar 2007: Das Verteidigungsministerium unterzeichnet mit EADS und Northrop Grumman den Vertrag über Entwicklung und Bau der Drohne.

Oktober 2011: Der «Euro Hawk» wird der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt.

Februar 2012: Erstmals werden die Staatssekretäre Rüdiger Wolf und Stéphane Beemelmans in Kenntnis gesetzt, dass eine Zulassung des «Euro Hawk» für den europäischen Luftraum nur mit erheblichem finanziellen Mehraufwand möglich ist.

1. März 2012: Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) wird im Rahmen einer allgemeinen Besprechung über die Zulassungsprobleme informiert. Sie werden ihm aber als lösbar dargestellt.

14. Mai 2013: Das Verteidigungsministerium unterrichtet die Öffentlichkeit über das Scheitern des «Euro Hawk»-Projekts.

5. Juni: De Maizière legt seinen Untersuchungsbericht vor. Danach hat er erst kurz vor dem Stopp des Projekts von massiven Problemen bei der Zulassung der Drohne für den europäischen Luftraum erfahren. Die Opposition zweifelt die Darstellung an.

10. Juni: Nach den Grünen ist auch die SPD für einen Untersuchungsausschuss. Damit ist die notwendige Zustimmung eines Viertels der Bundestagsabgeordneten gesichert.

13. Juni: Der Bundestag lehnt mit den Stimmen der Koalition einen Antrag der Linken auf Entlassung des Verteidigungsministers wegen der Drohnen-Affäre ab.

26. Juni: Der Untersuchungsausschuss zur Drohnen-Affäre nimmt seine Arbeit auf und will in der Rekordzeit von gut zwei Monaten Ergebnisse vorlegen. Der Verteidigungsausschuss des Bundestags hatte die Einsetzung zuvor einstimmig beschlossen.

Technische Daten «Euro Hawk»

Bericht der «Euro Hawk»-Arbeitsgruppe

Erklärung der «Euro Hawk»-Hersteller

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