13. April 2014

Europa arbeitet an gemeinsamer Antwort an Putin

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission setzt sich auf Spitzenebene dafür ein, eine gemeinsame europäische Antwort auf Russlands Warnung vor möglichen Gasengpässen zu geben. Behördenchef Barroso schrieb dazu nach dpa-Informationen bereits am Freitag einen Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs.

Kommissionspräsident Barroso
Die EU will sich von Kremlchef Putin nicht auseinanderdividieren lassen. Der drohende Gaskonflikt ist inzwischen Chefsache. Foto: Miguel A. Lopes
dpa

Der Warnbrief zur Gasversorgung von Russlands Präsident Wladimir Putin an 18 EU-Länder werfe wichtige Fragen für Europas Energiesicherheit auf. Die Kommission plädiere dafür, dass die EU-Außenminister bei ihrem Treffen am Montag in Luxemburg über den Streit sprechen.

Es solle auch eine Telefonkonferenz von Energiekommissar Günther Oettinger mit den EU-Energieministern geben, hieß es. Die Behörde sei bereit, eine gemeinsame Haltung der EU-Staaten zu vermitteln, um Russland eine Antwort auf Putins Brief zu geben.

Die Ukraine ist bereits Hauptthema beim Treffen der Außenamtschefs. Sie wollen eine Zahlungsbilanzhilfe von einer Milliarde Euro für das pleitebedrohte Land billigen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dafür geworben, dass der drohende Gasstreit mit Russland beim internationalen Ukraine-Krisentreffen am Donnerstag in Genf zur Sprache kommt. Sie plädierte für eine einheitliche Haltung der Empfängerländer russischen Erdgases im Fall von Versorgungsproblemen. Die Außenminister Russlands, der USA und der Ukraine sowie die EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton werden in der Schweiz über die Lage in der Ukraine beraten.

Putin droht damit, der Ukraine nur Gas gegen Vorkasse zu liefern - was Auswirkungen auf Europas Versorgung haben könnte. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für Gas aus Russland. Wegen unbezahlter Rechnungen hatte Russland der Ukraine 2009 das Gas zeitweilig abgedreht, was zu Engpässen auch in der EU führte.

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