Kommentar
03. Mai 2012

Fast alle mit im Boot

So etwas gibt es auch noch in der Kommunalpolitik. Als der Schwieberdinger Gemeinderat am Mittwochabend den rund zehn Millionen Euro teuren Neubau des maroden Hallenbads beschließt (statt der Sanierung), klatschen etliche Zuhörer Beifall. Viele Vereins-, Schul- oder Frühschwimmer leiden darunter, dass die Schwimmstätte aus den 70er Jahren seit rund anderthalb Jahren dicht ist. Sie sind froh, dass es nun eine Perspektive gibt.

Also alles im Lot? Nein. Es gibt in der Bürgerschaft eine Fundamentalopposition, die die Notwendigkeit eines Hallenbads in Schwieberdingen in Abrede stellt. Ihr Argument: In Münchinger oder Ditzinger Wasser taucht es sich viel besser.
Hinzu kommt eine FDP, die gerne noch ein bisschen mehr gehabt hätte – zum Beispiel eine Sauna oder eine Dampfgrotte. Ihr Motto: Wer viel investiert, bekommt auch viel zurück. Nämlich in Form von Besuchern, die zukünftig in die Schwieberdinger Wohlfühloase in den Herrenwiesen strömen.
Die Entscheidung des Gemeinderats für einen Neubau ohne viel Schnickschnack ist jedoch richtig. In undurchsichtigen Zeiten wie diesen gibt es für die belasteten Kommunen wichtigere Aufgaben als die Errichtung einer Dampfgrotte. Schwieberdingen könnte zum Beispiel noch Kindergartenplätze gut vertragen.
Der Bürgermeister Gerd Spiegel ist seit mehr als 30 Jahren im Amt. Der Schultes weiß nicht nur beim Thema Hallenbad: Allen kann er es nicht recht machen.

Philipp Schneider
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