11. April 2014

Griechenlands Ex-Außenminister kritisiert Merkel-Besuch

Berlin (dpa) - Der ehemalige griechische Außenminister Dimitris Droutsas hält den Besuch der Kanzlerin Angela Merkel am Freitag in Athen für eine Inszenierung im Europa-Wahlkampf.

Droutsas
Dimitrios Droutsas geht nicht davon aus, «dass Griechenland ohne einen weiteren großzügigen Schuldenschnitt wieder auf eigenen Füßen stehen kann.» Foto: Tobias Kleinschmidt/Archiv
dpa

«Dieser Besuch von Frau Merkel in Athen ist ein rein politisch motivierter Besuch und ist leider sehr weit entfernt von dem, was der Bürger in Griechenland benötigt», sagte Droutsas, der heute für die in Griechenland mitregierenden Sozialisten im Europäischen Parlament sitzt, dem Südwestrundfunk (SWR).

Der konservative Ministerpräsident Antonio Samaras brauche diese Visite, um zu zeigen, dass er «von den Mächtigen Europas» anerkannt werde. Merkel wolle der deutschen Öffentlichkeit beweisen, dass ihre Krisenpolitik richtig sei.

Dazu passten auch die Meldungen, dass Griechenland sich zum ersten Mal wieder Geld auf den Finanzmärkten beschafft habe. Vor allzu viel Euphorie über diese Entscheidung müsse aber gewarnt werden, sagte Droutsas. «Ich glaube nicht, dass Griechenland ohne einen weiteren großzügigen Schuldenschnitt in der Zukunft wieder auf eigenen Füßen stehen kann.» Die EU müsse dies «schleunigst» einsehen, um die Krise in Griechenland und die Krise des Euro lösen zu können.

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