20. August 2012

Gu Kailai verzichtet auf Einspruch gegen Todesstrafe auf Bewährung

Peking (dpa) - Die Frau des entmachteten chinesischen Spitzenpolitiker Bo Xilai hat das gegen sie verhängte Todesurteil auf Bewährung wegen Mordes akzeptiert. Die 53 Jahre alte Anwältin Gu Kailai verzichtet auf einen Einspruch gegen das Urteil und könnte damit im günstigsten Fall nach neun Jahren wieder freikommen.

Das chinesische Staatsfernsehen CCTV sendete am Montag Bilder von der Urteilsverkündung in der ostchinesischen Stadt Hefei. Dabei sagte Gu Kailai: «Ich halte das Urteil für gerecht.»

Das Gericht hatte Gu Kailai am Morgen zu einer Todesstrafe auf Bewährung verurteilt. Das gaben der Anwalt der Familie des Mordopfers und die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua bekannt. Wenn sich die 53-Jährige innerhalb von zwei Jahren nichts zuschulden kommen lässt, kann das Urteil in eine langjährige Haftstrafe umgewandelt werden. Gu Kailai sagte: «Das Urteil zeigt umfangreich, wie sehr das Gericht das Gesetz, die Wahrheit und das Leben respektiert.»

Die einflussreiche Politikerfrau hatte am 9. August in einer nur sieben Stunden dauernden Verhandlung zugegeben, den britischen Geschäftsmann Neil Heywood in Chongqing vergiftet zu haben. Ihr mitangeklagter Assistent Zhang Xiaojun muss wegen Beihilfe zum Mord für neun Jahre ins Gefängnis. Er will ebenso wie seine ehemalige Chefin keinen Einspruch gegen das Urteil einlegen. Neben den beiden wurden am Montag auch vier Polizisten aus Chongqing wegen versuchter Strafvereitelung zu Gefängnisstrafen von fünf bis elf Jahren verurteilt.

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