08. September 2018

Handarbeit und Politur fürs glänzende Auto

Autolacke können mit der Zeit verwittern. Diesen Verfall können Autofahrer jedoch aufhalten, indem sie ihren Lack regelmäßig behandeln. Auf diese Weise bleibt der Glanz erhalten. Doch wann sind überhaupt eine Politur und der Einsatz einer Poliermaschine nötig?

Auf Hochglanz poliert werden darf der Lack erst nach einer gründlichen Wäsche. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
Auf Hochglanz poliert werden darf der Lack erst nach einer gründlichen Wäsche. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Blütenstaub, Sonne, Wind und Vogeldreck: Autolacke schützen das Blech vor vielem. Wird der Lack jedoch nicht gepflegt, kann er mit der Zeit verblassen, verhärten oder spröde werden. Besitzer sollten deshalb ihr Auto mindestens einmal im Jahr polieren, sagt Markus Herrmann – und zwar spätestens dann, wenn der Lack verwittert ist, Kratzer und Hologramme aufweist, so der Vorsitzende des Bundesverbandes Fahrzeugaufbereitung.

Vor der Politur steht eine gründliche Wäsche an – am besten mit der Hand in einer Waschbox mit einem weichen Schwamm und viel Wasser. Doch auch eine Waschstraßenwäsche mit einer gründlichen Vorwäsche befreit die meisten Autos vom Dreck. Für ein gutes Politurergebnis muss der Lack frei von allen Schmutz- und Insektenresten sein. Fühlbare Ablagerungen müssen vor dem Polieren runter vom Blech. Andernfalls fressen sie sich in den Lack und zerstören ihn. Eine spezielle Reinigungsknete nimmt den Dreck auf.

Eine Politur enthält in der Regel Schleifmittel, die kleine Kratzer entfernen, den Lack glätten und aufgeraute Lackschichten abtragen. Die passende Politur zu finden, ist schwierig. „Die Produktauswahl im Fachhandel und Baumärkten ist sehr groß, die kann Käufer leicht verunsichern“, sagt Herrmann. Falsche Polituren oder Lackreiniger mit starker Körnung können mehr Schaden am Lack anrichten, als ihn aufzubereiten.

Dazu komme der Unterschied zwischen einfachen Polituren oder Reinigern und Kombinationsprodukten aus Politur und Versiegelung. „Diese Produkte sind zwar praktisch, weil sich der Besitzer einen Arbeitsschritt spart, aber überflüssig, wenn das Auto nach sechs Monaten nur versiegelt werden soll“, so Herrmann.

Politur oder Schleifpaste mit grober Körnung sollte nur bei starken Oberflächenkratzern oder Flugrost verwendet werden. Für noch guten Lack reicht eine Handpolitur. Professionelle Poliermaschinen seien teuer und rentieren sich für die Anwendung einmal im Jahr nicht. Zudem sei die Arbeit etwas für den Fachmann, mit Maschinen schleifen Ungeübte schnell Hologramme in den Lack. Bei verwitterten und blassen Oberflächen helfe hingegen oft nur die Poliermaschine.

Christian Petzoldt empfiehlt für den Selbstpolierer weiche Lappen oder spezielle Schwämme. „Die meisten Hologramme entstehen beim Polieren“, sagt der Lackpflege-Spezialist aus Hagen. Sie werden verhindert, indem die Polierenden in die entgegengesetzte Richtung arbeiten, kreisrunde Hologramme verschwinden nur durch gerades Polieren. Schonender gehe das mit der Hand – und nicht mit der Poliermaschine.

Zeigt die Oberfläche keine Unebenheiten, weniger oder keine Hologramme, reiche meist eine Auffrischung der Versiegelung. „Wenn man nicht muss, sollte man sein Auto auch nicht unbedingt polieren“, sagt Petzoldt. Wer nach dem Waschen sein Auto regelmäßig konserviert, muss weniger polieren. Wachs versiegelt den Lack und sorgt für eine hohe Oberflächenglättung, eine Farbauffrischung und eine zusätzliche Schutzschicht gegen Witterungseinflüsse.

Natürliches Wachs hält fünf bis sieben Handwäschen, eine künstliche Wachsversiegelung mit Polymeren bis zu ein Jahr. Einfache Markenprodukte reichen hierfür aus.

Auch hier bietet der Handel viele Produkte an: von natürlichem Carnaubawachs über flüssiges Hartwachs bis hin zur Nanoversiegelung. „Das ist eigentlich keine Versiegelung, sondern eine zusätzliche Beschichtung, die den Lack schützt“, sagt Herrmann. Die sei je nach Fahrzeug und Produkt aber mit 600 bis 2000 Euro sehr teuer.

Doch nicht nur regelmäßig muss man etwas tun, sondern manchmal auch sehr schnell, wenn Vogelkot, Insekten, Blütenstaub oder Herbstblätter dem Lack zusetzen. Zum Teil setzen sich Harze und Säuren ab, die sich in den Lack einbrennen können. „Wenn diese nicht zeitnah beseitigt werden, entstehen unerwünschte Muster auf dem Fahrzeuglack“, sagt Thomas Drott vom Bundesverband Tankstellen und Gewerbliche Autowäsche Deutschland.

In leichten Fällen kann das durch die Verwendung einer Politur oder eines Konservierungsmittels beseitigt werden. „In schlimmen Fällen muss der Profi ran.“ Daher rät Drott zu regelmäßigen Fahrzeugwäschen.

Vor einem warnen die Experten jedoch: Wer sich zum Polieren oder Versiegeln entschließt, der sollte dies auf keinen Fall in der prallen Sonne oder auf heißem Lack tun. Die Wasseranteile verdampfen dann nämlich sehr schnell und das Konzentrat beißt sich in die Oberfläche, was zu einem Lackschaden führen kann, erklärt Markus Herrmann. Ein weiterer Fehler ist es, nach einer Behandlung mit Insektenspray den Lack zu versiegeln. Die Folge ist, dass die nächsten Viecher dann umso besser am Lack kleben. (dpa)

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