09. Oktober 2015

Hintergrund: Der Arabische Frühling

Berlin (dpa) - Aus einer Serie von Massenunruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten entwickelte sich der Arabische Frühling, der mehrere Langzeitherrscher aus dem Amt fegte. Diese historische Zäsur hatte in der Region weitreichende Folgen in politischer, wirtschaftlicher und geostrategischer Hinsicht.

Der Aufruhr begann im Dezember 2010 mit Protesten in Tunesien. Die daraus entstandene «Jasmin-Revolution» trieb Machthaber Zine el Abidine Ben Ali aus Tunis ins Exil. Die Proteste griffen wie ein Dominoeffekt auf weitere Staaten über. In Ägypten verlor Präsident Husni Mubarak die Macht.

Im Jemen erklärte Präsident Ali Abdullah Salih seinen Rücktritt. In Libyen wurde Diktator Muammar al-Gaddafi nach einem blutigen Machtkampf gestürzt. In Syrien begann im März 2011 ein Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad, der in einen bis heute andauernden Bürgerkrieg mündete.

In den Revolutionen entluden sich nach Ansicht von Experten der Unmut über die autoritären Regime und ihre Sicherheitsapparate sowie der Hass auf die Korruption in Staat, Wirtschaft und Verwaltung. Eine weitere Ursache war die hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere in der jüngeren Generation.

Einige Wissenschaftler sahen im Arabischen Frühling den Beweis, dass der Islam mit westlichen Werten vereinbar ist. Die arabische Welt sei bereit für Freiheit und Demokratie. Andere sahen in den Umstürzen Wegbereiter für den Islamismus.

Bundeszentrale für politische Bildung, Unruhen in arabischer Welt

Bundeszentrale für politische Bildung, Arabischer Frühling

Institut für Nahost-Studien GIGA zum Arabischen Frühling

New York Times, Arab Spring

Al-Dschasira, The Arab awakening

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