30. April 2013

Hintergrund: Der «Königsmantel» mit Hermelin von ... C&A

Amsterdam (dpa) - Eine Krone wird dem neuen König Willem-Alexander nicht aufgesetzt. Ein wichtiges Zeichen seiner Königswürde jedoch liegt auf seinen Schultern. Auf dem Weg zur Vereidigung in der Nieuwe Kerk trägt er über dem Frack den «Königsmantel»

Der «Königsmantel»
Die Bildkombo zeigt Königin Beatrix, die den Hermelinmantel bei ihrer Krönung am 30.04.1980 trägt, und Kronprinz Willem-Alexander. Fotos: Ruud Hoff/Piroschka van de Wouw Foto: RUUD HOFF/PIROSCHKA VAN DE WOUW
dpa

Zu den offiziellen Reichsinsignien wie Krone oder Zepter gehört der Mantel aus rotem Samt, besetzt mit goldenen Löwenapplikationen und weißem Hermelin, zwar nicht. Es ist auch nicht vorgeschrieben, dass ein Monarch ihn bei seiner Amtseinführung trägt. Aber er hat großen symbolischen Wert.

Der «Königsmantel» ist so alt wie das Königreich und wurde seit 1815 von allen Vorgängern Willem-Alexanders getragen. Zumindest erklärt das der Oranje-Hof. Doch so ganz original ist er sicher nicht mehr. Schließlich kommt das gute Stück nur alle Jubeljahre aus der Mottenkiste. Außerdem musste er dem jeweiligen Monarchen auch passen. Im Laufe der 200 Jahre wurde der Mantel genäht, geflickt und gestückelt.

Schon als Königin Juliana 1948 den Thron bestieg, war vom Original nicht mehr viel übrig. Der Schweizer Couturier Erwin Dolder fand es unpassend, dass die junge Königin «in einem verschlissenen Samtfetzen» zur Kirche schritt. Er schneiderte kurzerhand einen neuen Königsmantel und ergänzte ihn mit dem Hermelinpelz und den goldenen Löwen des historischen Stücks.

Der «alte Samtfetzen» von König Willem I. aus dem Jahr 1815 aber verschaffte dem Schneider, wie er selbst erzählte, selbst noch jahrelang glänzende Auftritte in der Schweizer Homo-Szene.

Als Königin Beatrix 1980 in ihr Amt eingeführt werden sollte, hatte der Mantel ihrer Mutter 32 Jahre in einer Bleikiste gelegen. Die Schneiderin der Königin, Theresia Vreugdenhil-Werdler, schlug die Hände über dem Kopf zusammen. «Der Samt hatte den Pelz verfärbt», erzählte sie einer Historikerin. Die Schneiderin sammelte daraufhin bei ihren Kundinnen Pelzreste. Ein Stück des heute königlichen Hermelin sei - so erzählte es die Schneiderin - von Elly Brenninkmeijer-Maurer gekommen sein, der Frau des damaligen Chefs der Kaufhauskette C&A.

Homepage des Königshauses

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
UMFRAGE (beendet)
Landesregierung

Sind sie mit der Arbeit der grün-schwarzen Landesregierung zufrieden?

Ja
25%
Nein
70%
Ich weiß nicht
5%
Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil