22. Juli 2013

Hintergrund: Die Drohnen «Euro Hawk» und «Global Hawk»

Berlin (dpa) - «Euro Hawk» ist eine abgewandelte Version der US-Aufklärungsdrohne «Global Hawk», die als größtes unbemanntes Flugzeug der Welt gilt. Der Hauptunterschied ist die Aufklärungstechnik, die beim «Euro Hawk» vom europäischen Konzern EADS gestellt wird.

Drohne "Euro Hawk"
«Euro Hawk» ist eine abgewandelte Version der US-Aufklärungsdrohne «Global Hawk». Foto: Jürgen Dannenberg/HSG Zander
dpa

Die Drohnen selbst sind weitgehend identisch. Mit einer Länge von 14,5 Metern und einer Spannweite von 40 Metern haben sie fast die Ausmaße eines Passagierflugzeugs. Sie können bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben und 18 Kilometer hoch fliegen. In diese Höhe dringt keine Passagiermaschine vor.

Hersteller ist das US-Unternehmen Northrop Grumman, der sechstgrößte Rüstungskonzern der Welt. Der «Global Hawk» absolvierte 1998 seinen Jungfernflug. Die rot-grüne Bundesregierung brachte 2001 die Anschaffung der Riesen-Drohne als Ersatz für die 40 Jahre alten Propellermaschinen von Typ «Breguet Atlantic» auf den Weg.

Der «Euro Hawk»-Vertrag mit Northrop Grumman und EADS wurde zu Zeiten der großen Koalition am 31. Januar 2007 unterzeichnet. Geplant war ursprünglich die Anschaffung eines Prototyps und vier serienmäßig produzierter Maschinen.

Am 20. Mai 2012 schloss die Nato zudem einen Vertrag mit Northrop Grumman über die Anschaffung von «Global Hawk»-Drohnen für das Aufklärungssystem AGS ab, an dem 13 Nationen beteiligt sind. Der deutsche Anteil liegt bei 483 Millionen Euro. Dieses Projekt läuft immer noch weiter.

Im Juni 2010 absolvierte der «Euro Hawk» seinen Jungfernflug in den USA, ein Jahr später wurde die Drohne nach Deutschland überführt. Seit Dezember 2011 sind dem Verteidigungsministerium nach eigenen Angaben massive Probleme bei der Zulassung für den europäischen Luftraum bekannt. Am 14. Mai gab das Verteidigungsministerium öffentlich bekannt, dass das Projekt gestoppt wird.

Dem Staat - und damit dem Steuerzahler - waren zu diesem Zeitpunkt schon Kosten von mehr als einer halben Milliarde Euro einschließlich der noch ausstehenden vertraglichen Verpflichtungen entstanden. Die Aufklärungstechnik von EADS soll allerdings weitergenutzt werden. Die «Euro Hawk»-Erprobung läuft deshalb auch bis zum 30. September weiter und wird weitere 3,3 Millionen Euro pro Monat kosten.

Bundeswehr zu «Euro Hawk»

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