13. November 2013

Hintergrund: Die Leistungsbilanz

Berlin (dpa) - Deutschland ist wegen seiner außenwirtschaftlichen Stärke an den Pranger geraten. Im Zentrum der Diskussion steht die Leistungsbilanz. Diese Bilanz ist eine Art Kassenbuch der Volkswirtschaft. Sie zeigt sämtliche grenzüberschreitenden Transaktionen.

LEISTUNGSBILANZ: Ein Überschuss bedeutet im Kern, dass die Volkswirtschaft mehr produziert als sie verbraucht. Dadurch baut sie Auslandsvermögen auf. Bei einem Leistungsbilanzdefizit ist es umgekehrt. Der Überschuss in der Leistungsbilanz lag zuletzt (2012) bei 185,6 Milliarden Euro. Im wesentlichen besteht die Leistungsbilanz aus vier Teilbilanzen:

HANDELSBILANZ: Sie erfasst den internationalen Warenhandel. Weil Deutschland als Exportvizeweltmeister deutlich mehr ausführt als importiert, weist die Handelsbilanz riesige Überschüsse aus. Zuletzt (2012) 188,3 Milliarden Euro.

DIENSTLEISTUNGSBILANZ: Erfasst grenzüberschreitende Dienstleistungen. Dazu gehört auch der Tourismus. Die Dienstleistungsbilanz des Reiseweltmeisters Deutschland ist deshalb negativ, allerdings mit rückläufiger Tendenz. Zuletzt (2012): Minus 2,9 Milliarden Euro.

BILANZ DER ERWERBS- UND VERMÖGENSEINKOMMEN: Erfasst Einkommen von Grenzgängern sowie grenzüberschreitende Kapitalerträge. Unter anderem wegen des hohen deutschen Auslandsvermögens mit hohem Überschuss, zuletzt (2012) 64,4 Milliarden Euro.

ÜBERTRAGUNGEN: Zahlungen ans Ausland ohne direkte Gegenleistung. Dazu zählen Überweisungen von Arbeitnehmern an ihre Familien im Ausland, aber auch Beiträge an internationale Organisationen. In Deutschland negativ, zuletzt (2012) minus 36,8 Milliarden Euro.

Bundesbank - Definition Leistungsbilanz

Bundesbank - Zahlungsbilanzstatistik

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