16. Januar 2013

Hintergrund: Die Pleitenserie der FDP

Berlin (dpa) - Die FDP hat seit ihrem Rekord von 14,6 Prozent bei der Bundestagswahl 2009 einen dramatischen Niedergang erlebt. In einer aktuellen Forsa-Umfrage liegt sie bundesweit bei zwei Prozent, in Niedersachsen könnte sie demnächst aus dem Landtag fliegen.

Wahlverlierer
Mit den Nerven am Ende: Gino Leonhard, Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, bei der Wahlparty. Foto: Stefan Sauer/Archiv
dpa

Im Mai 2010 verliert Schwarz-Gelb in Nordrhein-Westfalen die Macht und im Bundesrat die Mehrheit. Mit jeder Wahlniederlage wird es für die FDP schwieriger, ihre Forderungen durchzusetzen. Im März 2011 fliegt sie in Rheinland-Pfalz (4,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (3,8 Prozent) aus den Landtagen. In der Partei wächst der Druck auf den Vorsitzenden Guido Westerwelle, bis dieser das Handtuch wirft. Im Mai wird Philipp Rösler FDP-Chef und Vizekanzler.

Doch die FDP bleibt im Tief und kassiert bis September in Mecklenburg-Vorpommern (2,8 Prozent), Bremen (2,4 Prozent) und Berlin (1,8 Prozent) weitere vernichtende Niederlagen. Am 14. Dezember tritt überraschend FDP-Generalsekretär Christian Lindner zurück. Intern heißt es, er habe für Rösler nicht mehr den Kopf hinhalten wollen.

Im Januar 2012 erklärt Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Ende ihrer Koalition mit Grünen und FDP: Die Saar-Liberalen seien «nicht mehr länger mit der Verantwortung für die Zukunftssicherung des Landes vereinbar». Im März stürzt die FDP bei der Saar-Wahl auf 1,2 Prozent ab - Platz 7 hinter der Familienpartei.

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 6. Mai wird die schwarz-gelbe Koalition zwar abgewählt. Mit Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki erringen die Liberalen aber 8,2 Prozent - der erste Erfolg nach vielen Niederlagen. Eine Woche später kann die FDP auch bei der vorgezogenen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen punkten und erreicht mit Lindner an der Spitze 8,6 Prozent.

Wenige Tage vor dem Dreikönigstreffen im Januar 2013 sind die Umfragewerte für FDP-Chef Rösler auf einem Tiefpunkt. Nach einer Forsa-Umfrage halten 76 Prozent der FDP-Wähler Brüderle für den besseren Parteichef.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
UMFRAGE
Bundestagswahl 2017

Haben Sie sich schon für eine der Parteien bei der Bundestagswahl am Sonntag entschieden?

UMFRAGE
Erste Hilfe leisten

Die Hälfte der Deutschen traut sich nicht, Erste Hilfe zu leisten – aus Angst, etwas falsch zu machen. Sollten daher regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse zur Pflicht werden?

Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil