Interview
Ludwigsburg | 01. Juni 2016

Im Schloss gehen die Lichter an

In letzter Zeit war es ruhig geworden ums Freudentaler Schloss, doch das soll sich nun wieder ändern. Die neue Veranstaltungsmanagerin Christa Blaschke hat viele Ideen für das historische Anwesen – doch noch steht sie ganz am Anfang ihrer Arbeit. Im Gespräch mit uns erzählt sie von ihren Plänen und erklärt, warum sie im Schloss immer alle Lichter einschaltet.

Mehr als nur ein Job: Christa Blaschke an ihrem neuen Arbeitsplatz – dem Freudentaler Schloss. Foto: Oliver Bürkle
Mehr als nur ein Job: Christa Blaschke an ihrem neuen Arbeitsplatz – dem Freudentaler Schloss. Foto: Oliver Bürkle

Frau Blaschke, Sie sind seit einem Monat neue Veranstaltungsleiterin im Schloss – wie ist es Ihnen bisher ergangen?

Christa Blaschke: Es war direkt ein ganz spannender Monat. Unser Hausmeister ist leider erkrankt und so habe ich einige zusätzliche Aufgaben übernommen. Glühbirnen austauschen oder die Heizung ausschalten – und ich weiß jetzt auch wo der Sicherungskasten ist (lacht). Das sind zwar eigentlich nicht die Aufgaben einer Eventmanagerin, aber je mehr ich über das Schloss weiß, desto besser ist das für mich und meine Arbeit.

Was sind denn eigentlich Ihre Aufgaben?

Der Eigentümer Rudolf Bayer möchte natürlich eine gewisse Auslastung für das Schloss – letztes Jahr lief es vor allem in den Sommermonaten sehr gut, der Kammerchor Nagold war zum Beispiel für ein Probenwochenende da und auch der Rotary Club ist immer wieder hier zu Gast. In diesem Jahr ist die Auslastung aber noch nicht optimal, deshalb will ich ein Konzept für die Wintermonate erarbeiten. Daneben werde ich die Homepage überarbeiten und ein neues Prospekt erstellen.

Die Öffentlichkeit hat in den letzten Monaten nicht viel mitbekommen vom Schloss, es war recht ruhig. Wie wollen Sie das ändern?

Ich will das Schloss als Veranstaltungsort über den Landkreis hinaus bekanntmachen und in Zukunft auch eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Wichtig sind für uns dabei natürlich die Hochzeiten, die nach einer Pause jetzt wieder im Schloss stattfinden – das ist derzeit auch mein Hauptgeschäft. Ich bin fast täglich hier für Besichtigungen.

Allein von Hochzeiten trägt sich das Schloss aber sicher nicht. Was haben Sie sonst noch für Ideen?

Ich kann mir für diese einzigartige Location sehr viel vorstellen: Weinproben zum Beispiel und Produktpräsentationen, auch ein kleiner Museumsshop würde sich hier gut machen. Aktuell habe ich eine Anfrage von einem Drohnenhersteller auf dem Tisch liegen, vielleicht ergibt sich daraus ein Workshop. Oder wie wäre es mit einem Oldtimertreffen? Und wir haben einen ganz tollen, bisher ungenutzten Keller unter dem Schloss – dort könnten wir zum Beispiel einen eigenen Schlosssekt herstellen.

Das sind viele Ideen, mit denen Sie aber vor allem auswärtige Gäste ansprechen. Wie wichtig ist es für Sie, die Freudentaler mit einzubeziehen?

Das ist natürlich ganz wichtig, abschotten wäre der völlig falsche Weg. Ich treffe immer wieder Freudentaler, die mir von ihren Verbindungen zum Schloss erzählen – wie sie zum Beispiel als Kinder auf den Schlossseen Schlittschuh gefahren sind oder mit ihren Eltern im Park spazieren waren. Es ist und bleibt das Freudentaler Schloss. Wenn ich das Schloss betrete, mache ich als erstes alle Lichter an – das sieht natürlich toll aus, zeigt aber auch: Da ist Leben drin, da tut sich was.

Trotzdem haben die Freudentaler keinen Zugang mehr zu ihrem Schloss, das können nicht alle verstehen.

Ich weiß, dass viele gerne wieder durch den Schlosspark flanieren würden – aber das geht leider nicht. Schloss und Park sind in Privatbesitz und sollte etwas passieren, sind wir in der Haftung. Denkbar ist aber beispielsweise ein Tag der offenen Tür, an dem die Freudentaler Zugang zu ihrem Schloss haben.

Stehen denn im Schloss aktuell auch weitere Renovierungen und Umbauarbeiten an?

Zur Zeit wird an den Übernachtungszimmern gearbeitet, außerdem soll der Nordflügel des Schlosses zum Veranstaltungsraum umgebaut werden. Langsam wird das historische Gebäude wieder zu dem, was es einst war: ein richtiges Schloss. Aber das bedeutet unglaublich viel Arbeit. Den Kaufpreis von 2,5 Millionen Euro hat Herr Bayer bis jetzt mindestens noch einmal investiert.

Das hört sich nach viel Arbeit in den nächsten Monaten an – auch für Sie.

Man muss schon mit einer gewissen Begeisterung an die Aufgaben gehen. Aber das ist auch mehr als nur ein Job für mich, wir sind hier wie eine große Familie. Ich bin total gepackt von dieser einzigartigen Location. Wenn ich durch das Schloss gehe, finde ich garantiert jedes Mal noch eine neue Tür – ich habe hier längst noch nicht alles entdeckt.

Info: Wer Christa Blaschke kontaktieren möchte, kann dies telefonisch tun unter (01 76) 83 43 91 20 oder per E-Mail unter

info@schlossfreudental.com.

Fragen: Christina Kehl
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