19. Juni 2015

Juncker an Athen: Kann kein Kaninchen aus dem Hut zaubern

Berlin (dpa) - EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hat erneut Unverständnis über die Haltung des griechischen Premiers Alexis Tsipras bei den Verhandlungen über eine Lösung der Schuldenkrise geäußert.

Juncker und Tsipras
EU-Kommissionschef Juncker verliert angesichts des Verhaltens von Alexis Tsipras langsam die Fassung. Foto: Julien Warnand/Archiv
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In Athen habe man seine Bemühungen um einen Kompromiss offensichtlich missverstanden, sagte Juncker dem Magazin «Der Spiegel» (Samstag). «Nach dem Motto: Es gibt da jemanden in Europa, der am Ende ein Kaninchen aus dem Hut zaubern kann. Das ist aber nicht der Fall. Ich habe Herrn Tsipras mehrfach gewarnt, er solle sich nicht darauf verlassen, dass ich ein Scheitern der Gespräche auf jeden Fall verhindern kann.»

Statt über die Kommission zu schimpfen, solle Tsipras in Griechenland erzählen, dass die Behörde ihm für die Jahre 2015 bis 2020 ein Investitionsprogramm in Höhe von 35 Milliarden Euro in Aussicht gestellt habe. «Wäre ich griechischer Ministerpräsident, würde ich es als Erfolg verkaufen», sagte Juncker, aber «ich höre davon nichts».

Seinem Frust machte Juncker mit den Worten Luft: «Ich verstehe Tsipras nicht. (...) Das Vertrauen, das ich in ihn gesetzt habe, ist nicht immer ebenbürtig erwidert worden.»

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