Ludwigsburg | 24. August 2017

Kleeblatt-Gesellschaft weist Kritik zurück

Selbstverständlich erfüllt das Pflegeheim die baulichen Anforderungen und wurde entsprechend vor Inbetriebnahme durch die Aufsichtsbehörden des Landratsamtes Ludwigsburg abgenommen“, sagt Valerie Müller, Referentin der Geschäftsführung der Kleeblatt Pflegeheime gGmbH, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die Gesellschaft betreibt das Pflegeheim in Erligheim. Die Kritik, gegen bauliche Vorschriften verstoßen zu haben, weise man entschieden zurück. Valerie Müller: „Das Kleeblatt Erligheim soll unseren Bewohnern ein Zuhause sein, in dem sie sich wohl und sicher fühlen. Wir legen großen Wert darauf, unsere Häuser so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen der Bewohner gerecht werden und damit zur Lebensqualität im Alter beitragen.“ Daher arbeite man mit erfahrenen Fachingenieuren zusammen.

 

Dabei bildeten die zum Zeitpunkt der Baugenehmigung geltenden Normen und Regelungen die Grundlage der Ausführungsplanung, erläutert die Referentin. Das Kleeblatt-Pflegeheim in Erligheim sei zum 27. Januar 2014 geplant worden. Zu diesem Zeitpunkt habe DIN 18025, Teil 2, der Landesbauordnung gegolten. Die DIN 18040, auf welche sich Ulrike Jocham berufe, sei dagegen erst zum 1. Januar 2015 eingeführt worden und deswegen noch nicht bindend gewesen.

 

Zudem beziehe sich die darin enthaltene Forderung nach Schwellenlosigkeit auf Zugangstüren für die Haupterschließung, merkt Valerie Müller an: „Dieser Forderung wird das Haus gerecht, da alle Zugangs- und Innentüren schwellenlos sind.“ Für die nicht unter die damals gültigen Vorschriften fallenden Balkon- und Terrassenübergänge würden die Fachingenieure, mit denen man zusammengearbeitet habe, derzeit noch keine überzeugende schwellenlose Alternative sehen. Lediglich von einem Hersteller werde nach ihrem Kenntnisstand ein schwellenloses Magnetsystem angeboten, das jedoch aufgrund verschiedener technischer Probleme keine zufriedenstellende Lösung darstelle.

 

Nicht zufriedenstellend

So berichtet es auch Erwin Paulus, Geschäftsführer und Gesellschafter der Paulus Wohnbau, aus seinen Erfahrungen, die er in der Praxis gemacht hat. Die Pleidelsheimer Gesellschaft hat das Kleeblatt-Pflegeheim sowie das Betreute Wohnen in Erligheim als Bauträger errichtet. Bei einem Projekt in Ludwigsburg habe man das schwellenlose Schienensystem einmal eingebaut. „In der Folge hatten wir erhebliche Probleme“, sagt Erwin Paulus. Weil Feuchtigkeit eingetreten sei, habe man die Schienen wieder entfernen müssen.

 

„Als Bauschaffende müssen wir darauf achten, dass die eingebauten Lösungen auch langfristig technisch funktionieren.“ Und eben dies sei bei dem schwellenlosen Schienensystem, das es derzeit auf dem Markt gebe, nicht der Fall. „Es braucht nur ein Steinchen reinkommen und schon hat man bei Regen eine Wasserlache auf dem Parkett.“ Schwellenlosigkeit sei zwar wünschenswert. „Aber solange die technische Lösung nicht so ist, dass man sie für Mieter und Käufer verantworten kann, bin ich der Meinung, dass wir verpflichtet sind, so zu bauen, dass man dies kann.“ Diese Handhabung sei auch zulässig.

 

Abgesehen davon kenne er Rollstuhlfahrer persönlich, die keine Probleme mit Türschwellen von zwei Zentimetern Höhe hätten. Auch wer einen Rollator zum Gehen benötige, komme damit klar.

 

Falls es doch zu Schwierigkeiten kommt, weiß man sich bei Kleeblatt zu helfen – und zwar mit Gummirampen, die man vor Schwellen rutschfest mit Klebestreifen anbringt, wie Andrea Nisi-Binder erklärt. „Wir tun alles, um Barrierefreiheit zu gewährleisten“, betont die Kleeblatt-Geschäftsführerin. (lui)

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
WELLNESS & GESUNDHEIT
Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil