Ludwigsburg | 23. August 2017

Mehr Sicherheit für Traditionsfest

Umfangreiches Konzept – Festzug am Sonntag führt nicht mehr zweimal durch Altstadt – Zusätzliche Einlasskontrollen

Teil des Traditionsfestes ist der Lauf übers Stoppelfeld am Samstag, hier ein Bild aus dem vergangenen Jahr.Archivfoto: Oliver Bürkle
Teil des Traditionsfestes ist der Lauf übers Stoppelfeld am Samstag, hier ein Bild aus dem vergangenen Jahr.Archivfoto: Oliver Bürkle

Bis Silvester sind es zwar noch viereinhalb Monate – in Markgröningen ist das Jahr aber schon in zwei Wochen zu Ende. So beschreibt zumindest Bürgermeister Rudolf Kürner die Zeit direkt nach dem 51. Internationalen Musikfest am kommenden Wochenende und dem Schäferlauf vom 25. bis 28. August, dem Höhepunkt des Markgröninger Festkalenders. Dabei bräuchten die Organisatoren dieses Jahr eigentlich etwas mehr Zeit als sonst, schließlich gebe es viele Jubiläen zu feiern. Seit 200 Jahren besteht eine Marktordnung, das Leistungshüten wird seit 80 Jahren durchgeführt und seit 110 Jahren ist der Erntewagen der Landjugend fester Bestandteil des Festzugs. Zudem gibt es seit je 50 Jahren eine Festplakette und eine Sonderpoststelle. Infos dazu gibt es auch auf der neuen Homepage, erstellt von den Schäferlauffreunden, die das Festgeschehen „ganzheitlich darstellen“, so Marc Reutter.

 

Doch bei aller Tradition der Veranstaltung, die seit 1651 existiert, gibt es auch einige Neuerungen. So wird der Umzug an seinem zweiten Tag, dem Sonntag, eine neue Route nehmen und damit den Teil in der Innenstadt nicht wiederholen. Denn das habe den Verantwortlichen zunehmend Sorge in puncto Sicherheit bereitet. Zum einen wurde dadurch die Rettungswegachse in der Finsteren Gasse lange blockiert. Zudem hätten viele Besucher nicht gewusst – oder wollten ihn sich nicht nochmals anschauen –, dass der Festzug noch einmal vorbeikommt, und seien in die Wege gelaufen. Die Ordner – bis vor einigen Jahren noch unterstützt durch die Polizei – hätten deshalb alle Mühe gehabt, diese wieder freizuräumen.

 

Die Route des Festzugs am Samstag – zu ihm werden auch Politiker sowie die Wein- und die Lammkönigin erwartet – bleibt wie früher, die zweite Runde durch die Altstadt wird wie gehabt erst nach dem Gottesdienst gedreht.

 

Auch weitere Neuerungen haben mit der Sicherheit zu tun. Ein Beratungsbüro hat ein eigenes Konzept erarbeitet, das in ein 147-seitiges Handbuch mündet. „Wir hatten auch vorher schon ein Sicherheitskonzept, aber nicht so professionell“, so Kürner. Das neue sieht nun ein engmaschiges Netz verschiedener Teams aus Stadtmitarbeitern, Polizei, Feuerwehr, DRK und Betriebshof vor, die an unterschiedlichen Orten regelmäßig zusammenkommen. Festgehalten ist in dem Konzept auch, was bei einer Räumung zu tun ist, ebenso geht es um Flucht- und Rettungswegebeschilderung. Kontrollen der Besucher wird es am Eingang zum Stoppelfeld und in die Stadthalle geben, zudem werden 20 Prozent mehr Sicherheitskräfte im Einsatz sein, insgesamt dann etwa 60 Personen. Anders als im letzten Jahr wird es aber keine vorab aufgebauten festen Barrieren geben, das könne bei Bedarf aber geändert werden.

 

Eines aber lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen: wie das Wetter wird. Doch die Aussichten seien derzeit gut, so Kürner. Davon hängt auch ab, wie die Traditionsveranstaltung am Ende finanziell abschneidet. Bis zu 400 000 Euro betrage der jährliche Abmangel für die Stadt. Aber dafür müsse man den teilnehmenden Vereinen sonst kaum etwas zuschießen, zudem sei der Schäferlauf die beste Werbung. Eine Gruppe soll sich nun, nach einer Diskussion im Gemeinderat, mit den Kosten befassen. „Aber im Vordergrund steht immer der Erhalt der Qualität des Schäferlaufs“, so Rudolf Kürner.

Julia Schweizer
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