19. Februar 2015

Mehrheit der Deutschen: Athener Regierung «unverschämt»

Berlin (dpa) - Die Mehrheit der Deutschen bewertet das streitlustige Auftreten der neuen griechischen Regierung in der Schuldenkrise kritisch.

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten N24-Emnid-Umfrage halten 52 Prozent der rund 1000 Befragten das Verhalten Athens für «unverschämt», 41 Prozent eher für «naiv».

Aber es gibt auch Verständnis: Immerhin 25 Prozent finden das Vorgehen von Ministerpräsident Alexis Tsipras und Finanzminister Gianis Varoufakis «strategisch geschickt». Und 13 Prozent geben zu, die Chuzpe der beiden «insgeheim zu bewundern».

Etwa 47 Prozent glauben, dass ein Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone ein Einzelfall ohne größere Folgen für den Rest des gemeinsamen Währungsraums bleiben würde. 39 Prozent fürchten hingegen eine Kettenreaktion, die zum Zerfall des Euroraums führen könnte.

Bei der Frage nach einem möglichen griechischen Euro-Austritt selbst ist inzwischen fast jeder zweite Deutsche der Ansicht, dass Athen dies tun sollte: In einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 48 Prozent der rund 1000 Teilnehmer, sie würden es vorziehen, wenn Griechenland die Eurozone verlässt. Dagegen sprach sich nur etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) der Befragten für einen Verbleib Griechenlands im Euro aus.

Das pleitebedrohte Land war am Donnerstag mit einem neuen Hilfsantrag in Berlin vorerst abgeblitzt. In der vorliegenden Form lehnte die Bundesregierung den Antrag auf eine Verlängerung der Ende Februar auslaufenden Hilfen strikt ab. Am Freitagnachmittag treffen sich die Finanzminister der Eurozone zu einer Sondersitzung in Brüssel. Dort soll ein Ausweg aus der verfahrenen Situation gefunden werden.

Bundesfinanzministerium zu Griechenland-Hilfen

EU-Kommission zu Griechenland-Hilfen

Vereinbarung zwischen EFSF und Griechenland

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