Ludwigsburg | 29. Juni 2018

Neubau eröffnet Option für Zukunft

Die erste Hürde ist genommen: Der Kultur- und Schulausschuss des Kreistags hat gestern einstimmig für die Erweiterungspläne des PKC gestimmt. Das letzte Wort hat der Kreistag. Sollte dieser der Ausschussempfehlung folgen, könnte der Neubau im ersten Halbjahr 2020 fertig sein.

So soll es einmal aussehen: Der Neubau (links) bietet Platz für einen Seminarraum und Gästezimmer. Entwurf: Engelhard/Eggler-Architekten
So soll es einmal aussehen: Der Neubau (links) bietet Platz für einen Seminarraum und Gästezimmer. Entwurf: Engelhard/Eggler-Architekten

Das Pädagogisch-Kulturelle Centrum Ehemalige Synagoge Freudental ist nicht nur eine Gedenkstätte, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Aber für die Gäste, darunter auch viele Schüler, werden zusätzliche Seminarräume und Übernachtungsmöglichkeiten benötigt. Seit Jahren schon braucht die Einrichtung mehr Platz. Jetzt steht eine Erweiterung unmittelbar bevor. Möglich gemacht hat das der Landkreis, dem die ehemalige Synagoge gehört. Denn dieser hat vor drei Jahren ein Häuschen gekauft, das unmittelbar ans PKC angrenzt. Nach dem Abriss des kleinen Gebäudes könnten dort in einem Neubau inklusive Keller mehr als 140 Quadratmeter zusätzliche Fläche geschaffen werden (wir berichteten).

 

Architekt Klaus Eggler vom Besigheimer Büro Engelhard/Eggler präsentierte den Kreisräten gestern bei der Sitzung im PKC die Entwürfe. Es werde versucht, möglichst mit CO-neutralen Materialen zu arbeiten. Im Erdgeschoss sind ein Seminarraum und ein barrierefreies Besucher-WC geplant, im Ober- und im Dachgeschoss jeweils zwei Einzelzimmer mit separaten Sanitäranlagen. Außen, auf der Giebelseite des Gebäudes, wird eine Stahltreppe angebracht, über die die Zimmer erreicht werden können. „Dieser Zugang bereitet mir etwas Sorgen“, sagte Reiner Theurer (Grüne). Wenn man von Außen in die Zimmer gelange, sei das der Sicherheit vielleicht wenig zuträglich. Zwar zeigte sich Eggler überzeugt, dass es auch angesichts der sozialen Kontrolle in Freudental kein Problem sein sollte. Doch „wenn es sich als problematisch herausstellen sollte, könnte man nachträglich eine Zugangskontrolle machen“.

 

Die Kosten für das Seminarhaus belaufen sich auf knapp 550 000 Euro, für die Ausstattung wären weitere 18 000 Euro fällig. „Die Kosten sind nicht unerheblich, aber sinnvoll eingesetzt“, sagte Julian Göttlicher (FW). Seine Fraktion stimme zu und hoffe, „dass die Kosten eingehalten werden“. Dorothea Bechtle-Rüster (SPD) nannte den Entwurf sehr gelungen. Dass der Seminarraum – wenn er nicht vom PKC genutzt wird – auch von der Gemeinde oder der Volkshochschule genutzt werden könne, sei schön. So kämen auch Menschen ins PKC, die damit eigentlich keine Berührungspunkte hätten. Auch Horst Stegmaier (CDU) stellte fest, dass der Bedarf nach neuen Räumen vorhanden sei. Seine Fraktion schloss sich ebenfalls dem Beschlussvorschlag an. Landrat Dr. Rainer Haas konnte sich den positiven Beiträgen nur anschließen: „Es ist ein toller, gelungener Entwurf.“

 

Ohnehin gab es für das PKC und das Engagement seiner Geschäftsstelle uneingeschränkt Lob aus allen Fraktionen. Beispielsweise sagte Carmen Dötterer (FDP), dass die Arbeit des PKC wirklich eine Bereicherung sei.

 

Herbert Pötzsch war die Freude nicht nur anzusehen, sondern auch anzuhören: „Danke für Ihre Beschlussfassung. Für das PKC wird damit wirklich eine Option für die Zukunft eröffnet“, sagte der Vorsitzende des PKC-Vereins. Er gehe davon aus, dass der Kreistag am 20. Juli der einstimmigen Empfehlung folge. In dem Gremium kennt sich Pötzsch gut aus – er selbst sitzt nämlich für die Freien Wähler im Kreistag. Aber bei der Beschlussfassung wird er wegen Befangenheit nicht mit abstimmen.

Dorothee Kauer
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