05. September 2014

Rebellen in der Ukraine benutzen Zivilisten für Zwangsarbeit

Berlin (dpa) - Die Separatisten in der Ost-Ukraine benutzen Zwangsarbeiter, um Sandsäcke zu füllen und Gräben auszuheben. Das berichtete die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) am Freitag unter Berufung auf zahlreiche Augenzeugen.

Den Angaben zufolge müssen die Angehörigen dieser «Strafkolonnen» ihren Dienst meist in der Nähe von Kontrollpunkten der prorussischen Rebellen verrichten. Da diese Straßensperren oft Ziel von Angriffen seien, schwebten die Zwangsarbeiter permanent in Lebensgefahr, erklärte HRW. Betroffen seien «Hunderte von Menschen», sagte der HRW-Regionaldirektor für Europa und Zentralasien, Hugh Williamson.

Nach Angaben von HRW bestehen die «Strafkolonnen» aus Zivilisten, die von den Aufständischen wegen Ordnungswidrigkeiten angehalten werden. Zur Zwangsarbeit würden beispielsweise Männer herangezogen, die auf der Straße Alkohol getrunken oder gegen die Ausgangssperre verstoßen hätten.

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hatte den Separatisten kürzlich vorgeworfen, diese hätten in den von ihnen kontrollierten Städten eine regelrechte «Terrorherrschaft» etabliert. Die ukrainische Armee wurde vor allem wegen Angriffen auf zivile Ziele und Massenfestnahmen angeblicher Kollaborateure kritisiert.

Human Rights Watch

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