Ludwigsburg | 26. November 2016

Rinder, Reiher, Lieblingsbilder

Beim Neckar Open diskutieren Landwirte mit Umweltschützern

Die Natur liegt sowohl Landwirten, als auch Umweltschützern am Herzen. Trotzdem ist ihr Verhältnis nicht immer freundschaftlich. Beim achten Neckar Open am Donnerstag im Casa Mellifera versuchte Ulrich Ostarhild vom Verein Neckarguides, die beiden Gruppen einander näherzubringen. Ziel des Neckar Opens sei es, den Neckar in das Bewusstsein der Bürger zu bringen. Er wolle die Facetten zeigen, die der Neckar biete, da gehöre auch die Landwirtschaft dazu.

 

Stefan Renz, Agraringenieur aus Oßweil, betont, dass Landwirtschaft und Landschaftspflege kein Widerspruch sei. Durch den Umweltschutz gebe es mehr Anforderungen an die Landwirtschaft, berichtet Renz. So wurde zum Beispiel der Einsatz von Düngemitteln reduziert. Auch sei bei der Pflege der, als Zugwiesen bekannten, renaturierten Flächen am Neckar viel Handarbeit gefordert.

 

Das für Deutschland wieder aktuell gewordene Thema der Nitratbelastung in Böden und Gewässern sorgt jedoch für Unmut bei den Anwesenden. Renz hält die Nitratwerte für unbedenklich. Die Naturliebhaber im Publikum sehen das anders: Von Verharmlosung ist da die Rede.

 

Auch Jens Oßwald stellte sich und seine Arbeit vor. Dem Landwirt gehören die Hinterwälder-Rinder (Archivfoto), die um die Zugwiesen weiden. Die Tiere aus dem Hochschwarzwald kämen mit den kargen Flächen gut zurecht, erklärt er. Zur Kostprobe gab es Brote, belegt mit Fleisch der Zugwiesen-Rinder.

 

Zudem berichtete Sabine Schellberg von der Initiative „Unser Neckar“ über laufende Projekte. Der Verein fördert Maßnahmen mit dem Schwerpunkt Gewässerökologie.„Wir wollen zeigen, dass der Neckar viele unterschiedliche Gesichter hat“, sagt sie. Er sei sowohl Lebensraum, Erholungsgebiet als auch Wirtschaftsachse.

 

Zum Abschluss konnten die Zugwiesengänger einige ihrer Lieblingsfotos zeigen. Sie berichteten von ihren Erlebnissen und Begegnungen. Sabine Beyer aus Remseck zum Beispiel geht oft an den Neckar und schaut, was ihr vor die Kameralinse kommt. Vor Kurzem konnte sie einen Seidenreiher fotografieren – ein seltener Gast in den Zugwiesen.

 

Für Diskussionen sorgten Bilder, die zurückgelassenen Müll im Naturschutzgebiet zeigen. Auch über Radfahrer, die auf die Insel fahren, gab es Klagen. Ostarhild betonte, die Zugwiesen sollten ein Gewinn für alle Ludwigsburger sein, da müsse man miteinander auskommen.

Andreas Schmaltz
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