14. April 2014

Russland testet atomar bestückbare Interkontinentalrakete

Moskau (dpa) - Inmitten des Ukraine-Konflikts hat die Atommacht Russland eine mit Nuklearsprengköpfen bestückbare Interkontinentalrakete vom Typ RS-24 getestet.

Die Rakete sei von einer mobilen Rampe auf dem nordrussischen Weltraumbahnhof Plessezk abgefeuert worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Jegorow, am Montag der Agentur Interfax. Wenig später sei das Geschoss rund 9000 Kilometer entfernt auf dem Truppenübungsgelände Kura der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka eingeschlagen.

Ziel sei es gewesen, die Verlässlichkeit der Technik zu prüfen, sagte Jegorow. Russland sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, durch den umstrittenen Anschluss der zur Ukraine gehörenden Schwarzmeerhalbinsel Krim die schwerste Krise mit dem Westen seit dem Kalten Krieg ausgelöst zu haben.

Die neue Rakete solle die militärische Schlagkraft Russlands sowie die Sicherheit des Landes und seiner Verbündeten erhöhen, hieß es. Vor allem sei das Geschoss aber dazu gedacht, die von den USA geplante Raketenabwehr in Europa zu umgehen. Die RS-24 Jars (Nato-Code: SS-27 Mod-2) soll einen veralteten Typ von Topol-Raketen ersetzen. Experten sehen in den wiederholten Raketentests im Ukraine-Konflikt auch Machtdemonstrationen Moskaus.

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