Ludwigsburg | 29. März 2017

So hält die Liebe im stressigen Alltag

Die Autoren Marianne und Helmut Becker stellen ihr Ratgeber-Programm „Ich & Du und die Firma“ vor

Helmut und Marianne Becker bei ihrer Stippvisite im Krauthof.Foto: Holm Wolschendorf
Helmut und Marianne Becker bei ihrer Stippvisite im Krauthof.Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. „Ich & Du und die Firma“ lautet das Thema einer Veranstaltung im Hohenecker Krauthof, zu der am Montagabend der Arbeitskreis Ludwigsburg der Interessenvertretung Unternehmerfrauen im Handwerk eingeladen hat. Referenten sind Helmut und Marianne Becker aus dem nordrhein-westfälischen Kaarst, die bei ihrer Stippvisite im Ländle ihre „Kleine Ermutigung für Unternehmerpaare“, so der Untertitel, vor etwa 60 Besuchern vorstellen.

 

Nicht nur Unternehmerfrauen, auch Partner und Angehörige sind in den Krauthof gekommen. Gerade Kinder sind davon betroffen, wenn ihre Eltern gemeinsam eine Firma leiten – das stellten auch die Beckers fest, die lange Jahre ein Unternehmen mit bis zu 70 Mitarbeitern hatten. Eines Sonntagmorgens sagte ihnen ihre Tochter am Frühstückstisch, dass sie zu einer Freundin ziehen wolle. Der Grund: Die Gespräche in den eigenen vier Wänden drehten sich immer nur um die Firma. „Das war ein Alarmsignal für uns“, erzählt Marianne Becker. Danach haben wir den Esstisch zur firmenfreien Zone erklärt.“

 

Mittlerweile bewegen sie sich, immer noch im Tandem, auf neuem Terrain, den weiten Ebenen der Ratgeber-Wüste. Der Vorteil: Ihr auf die Bedürfnisse von Unternehmerpaaren zugeschnittenes Programm „Ich & Du und die Firma“ lässt sich auf mannigfaltige Weise verkaufen. Sie halten Vorträge, geben Workshops, haben zwei Bücher zum Thema veröffentlicht. Mit anderen Worten: Die Beckers haben ihre eigene Parzelle der Ratgeber-Wüste in Besitz genommen, gepflügt, bestellt und schließlich geerntet.

 

Die Grundlage bildet dabei ein leicht nachvollziehbares Modell, eine Art magisches Dreieck, an dessen einem Winkel das „Ich“ steht, am zweiten Winkel das „Ich & Du“ und am dritten Winkel die Firma. „Diese drei Handlungsfelder sollte man in Balance halten“, erklärt Helmut Becker. „Wenn eine Seite zu kurz kommt, gibt es auch Probleme an den anderen Ecken. Wenn zum Beispiel jemand krankheitsbedingt ausfällt, betrifft das den Partner, aber auch die gemeinsame Firma.“

 

Und wie bleibt das Dreieck in Balance? Die Beckers sind ein eingespieltes Team und arbeiten wechselseitig, routiniert und charmant ihren Vortrag ab. Kernstück sind zwölf Bausteine, von denen jeweils vier einem Dreieckswinkel zugeordnet sind. Diese Bausteine, so die Beckers, sind der Schlüssel zu mehr Erfolg und Lebensglück. „Selbstliebe und Gesundheit achten“ und „Visionen und Ziele erstellen“ etwa sind beim „Ich“ angesiedelt, „Spaß, Freude und Paarbeziehung pflegen“ und „Humor und Glücksmomente bewahren“ beim „Ich und Du“, „Unterschiede und Gemeinsamkeiten nutzen“ und „Erfolge und Misserfolge teilen“ bei der Firma.

 

Das alles hört sich recht schwammig an, die Beckers haben aber durchaus konkrete Tipps für stressgeplagte Unternehmerpaare in petto. Beispielsweise einen festen halb- bis einstündigen Termin in der Woche, bei dem während der Arbeitszeit alle aktuell für die Firma wichtigen Fragen geklärt werden. So kann man beim gemeinsamen Abendessen auch mal abschalten und die Seele baumeln lassen. Marianne Becker empfiehlt zudem Kalender, in denen alle Termine der Partner mit verschiedenen Farben gekennzeichnet werden.

 

Wie in jeder Beziehung menschelt und kriselt es auch bei Unternehmerpaaren. Häufig ist Eifersucht der Grund, hat Helmut Becker beobachtet. „Zum Beispiel, wenn die Frau einen wichtigen Auftrag an Land gezogen hat. Oder der Mann immer Erfolg bei Kundinnen hat.“

 

Doch Eifersucht, so der Berater weiter, sei nicht zielführend. Sein Vorschlag: „Freuen Sie sich gemeinsam, danach können Sie ans Organisieren gehen.“ Grundsätzlich plädieren die Beckers für mehr Respekt, Bewusstsein und gegenseitige Achtung im Alltag. „Erinnern Sie den Partner auch mal an das, was Sie gemeinsam erreicht haben“, so Helmut Becker. „Das ist Balsam für die Seele.“

Frank Klein
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