08. Mai 2012

Starinvestor Buffett sagt Europa schwere Zeiten voraus

Omaha (dpa) - Der legendäre US-Investor Warren Buffett blickt nach den Wahlen in Griechenland und Frankreich mit Sorge auf die Entwicklung in der Eurozone. «Es wird für Europa sehr schwer werden, die Probleme zu lösen», sagte der 81-Jährige am Montag dem US-Fernsehsender CNBC.

Warren Buffett
Als Bremsklotz für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sieht Buffett die Banken. «Sie brauchen mehr Kapital.» Foto: Arne Dedert
dpa

Er traue sich keine Prognose zu, wo Europa in zwei oder drei Jahren stehe: «Ehrlich gesagt, weiß ich die Antwort nicht.» Das Problem sei, 17 Länder unter einen Hut zu bekommen, und die Menschen zu überzeugen, dass Einschnitte nötig seien. «Jeder zeigt immer auf den anderen und sagt: Die bekommen den besseren Deal.» Der Wahlausgang in Griechenland mit Gewinnen für die radikalen Parteien verwundere ihn nicht, «wenn man den Leuten sagt, sie müssen den Gürtel enger schnallen».

Buffett betonte allerdings auch, niemand solle Europa abschreiben. «Europa wird nicht verschwinden. Es wird weiter ein riesiger Markt bleiben mit fähigen Leuten, mit Fabriken und mit wunderbaren Unternehmen.» Er sei überzeugt, dass es der europäischen Wirtschaft in 10 oder 20 Jahren besser gehen werde als heute. «Der Weg von hier nach dort wird aber unschön werden.»

Als Bremsklotz für die wirtschaftliche Entwicklung in Europa sieht Buffett die Banken. «Sie brauchen mehr Kapital.» Das werde ein schmerzhafter Prozess, prophezeite das «Orakel von Omaha», wie Buffett wegen seines guten Riechers fürs Geldverdienen genannt wird. Als positives Gegenbeispiel führte Buffett sein Heimatland USA an: «Wir haben die Probleme unserer Banken vor drei Jahren sehr entschlossen angepackt.»

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