07. September 2012

Stichwort: Altweibersommer

Berlin (dpa) - Der Altweibersommer ist für Meteorologen eine beständige Hochdruck-Wetterlage, die besonders häufig zwischen Mitte September und Anfang Oktober noch einmal warme Sonnentage bringt. Sein Namensgeber sind aber nicht alte Frauen, sondern kleine Spinnen.

Sonnenaufgang
Der Namensgeber des Altweibersommers sind nicht alte Frauen, sondern kleine Spinnen. Foto: Victoria Bonn-Meuser
dpa

Bei hohem Luftdruck weben (altdeutsch: weiben) sie Flugfäden und lassen sich zur Verbreitung ihrer Art daran durch die Luft treiben. In Bäumen bilden Tausende dieser Fäden ein im Sonnenlicht silbern schimmerndes Geflecht.

In katholischen Gegenden galten sie als Reste des Mantels der Mutter Maria nach Mariä Himmelfahrt (15. August). Die «Marienseiden» genannten Fäden im Gesicht bringen nach altem Volksglauben Glück. Verfangen sie sich in den Haaren junger Mädchen, kommt bald ein Traummann um die Ecke.

1989 fühlte sich eine 77-Jährige von dem Wort Altweibersommer im Wetterbericht diskriminiert und bemühte die Justiz gegen den Deutschen Wetterdienst. Das Darmstädter Landgericht fand aber, die Klägerin sei durch das Wort nicht «beleidigungsfähig». Mit dem Begriff liege keine Herabwürdigung einer bestimmten Gruppe vor.

Deutscher Wetterdienst zu Altweibersommer

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