14. Juni 2012

US-Finanzminister Geithner nimmt Deutschland in Schutz

Washington (dpa) - Es ist eine Botschaft, die man in Berlin sicher gern hört. Sie kommt von US-Finanzminister Timothy Geithner, richtet sich an die europäischen Partner und lautet im Klartext: Hackt nicht auf den Deutschen herum.

Geithner nahm Deutschland im Tauziehen um eine langfristige Stabilisierung der Eurozone in Schutz. In einer Veranstaltung des politischen Forschungsinstituts Council on Foreign Relations in Washington wies er am Mittwoch darauf hin, eine Lösung der europäischen Finanzkrise sei nicht allein die Sache Deutschlands. Außerdem sei es unfair, Berlin für Differenzen über verschiedene Lösungsansätze verantwortlich zu machen.

«Ich weiß, dass Deutschland stark im Brennpunkt steht. Aber ich denke, es ist ein bisschen unfair, Deutschland als die einzige Quelle für das Problem zu sehen», sagte Geithner mit Blick auf die europäische Debatte über Wachstumsimpulse oder einen strikten Sparkurs als richtiges Rezept.

Europa habe entschieden, es sei in seinem besten Interesse, die Währungsunion zusammenzuhalten. Es könne Unstimmigkeiten über Elemente der Strategie geben, aber «man braucht beides, damit es klappt. (...) Man braucht Reformen. (...) Man braucht eine substanzielle Bereitstellung finanzieller Ressourcen, um ihnen Zeit zum Funktionieren zu geben», sagte Geithner. «Und das bedeutet, dass es nicht nur um Deutschland geht, es erfordert von anderen Staaten, dass sie bereit sind, sich darauf zuzubewegen.»

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