23. Februar 2015

Über den Fall sollen 57 Personen Bescheid gewusst haben

Hannover/Stade (dpa) - Der Kreis der Eingeweihten im Kinderporno-Fall Sebastian Edathy war nach NDR-Informationen größer als angenommen.

Frank Lüttig
Generalstaatsanwalt Frank Lüttig könnte Dienstgeheimnisse über den Fall Edathy weitergegeben haben. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv
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57 Politiker, Ermittler und Amtsträger in Niedersachsen sollen demnach bereits vor den Durchsuchungen beim damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten von dem Verdacht gewusst haben. Dem NDR-Fernsehen vorliegende Unterlagen geben auch Aufschluss über die Wege, auf denen sie informiert wurden, dass sich Edathys Name auf einer Liste im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Kinderpornografie-Erwerbs befand oder dass gegen ihn ermittelt wurde.

In den Fall Edathy ist auch der Celler Generalstaatsanwalt Frank Lüttig verwickelt. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte Ende vergangener Woche ein Verfahren wegen der Weitergabe von Dienstgeheimnissen gegen ihn eingeleitet. Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) bestätigte am Wochenende, dass deswegen noch eine zweite Person im Visier der Justiz ist. Es könne sich dabei aber nicht um Mandatsträger aus dem Landes- oder Bundestag handeln, da kein Antrag auf Aufhebung der parlamentarischen Immunität gestellt worden sei.

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