06. Juni 2012

Versicherer sehen schwarz-gelbe Pflegepläne kritisch

Berlin (dpa) - Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sieht die schwarz-gelben Pflegepläne kritisch. Es sei zwar grundsätzlich richtig, durch zusätzliche kapitalgedeckte Vorsorge die zunehmenden Pflegerisiken abzusichern.

«Hinsichtlich der Umsetzbarkeit der aktuellen Koalitionspläne sehen wir allerdings große Probleme», sagte ein GDV-Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch in Berlin.

Zuvor hatte das Bundeskabinett eine durch staatliche Zuschüsse geförderte Pflege-Zusatzversicherung beschlossen. «Im Extremfall werden die geförderten Produkte so teuer, dass sich nur noch diejenigen damit versichern, bei denen ein hohes Risiko der Pflegebedürftigkeit vorliegt», so der GDV-Sprecher. Ob unter diesen Voraussetzungen überhaupt ein Markt mit geförderten Vorsorgeprodukten entstehen könne, sei zweifelhaft.

Die Einwände macht die Assekuranz an der geplanten Pflicht für die Anbieter fest, jeden Antragsteller ohne jegliche Risikoprüfung zu versichern. Dies sei zwar sozialpolitisch nachvollziehbar. Es entstünden aber durch den «einseitigen Kontrahierungszwang» der Versicherer Anreize, sich erst im höheren Alter zu versichern oder erst dann, wenn sich ein erhöhtes Pflegerisiko abzeichne. «Dies hat extrem negative Auswirkungen auf die Preisgestaltung, die die gewährten Zulagen meist übersteigen werden», sagte der Verbandssprecher. Die Politik müsse deshalb «ordnungspolitisch dringend nachjustieren».

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