Ludwigsburg | 14. März 2017

Von der Tafel direkt ins Theater

Unterhaltsame Geschichte über Liebe, Treue und Verrat – Ein kulinarisch-künstlerisches Erlebnis im Schloss

Einblick in die Proben für das Historische Dinnertheater. Bevor das Drama seinen Lauf nimmt, serviert Gastronom Torsten Lacher bei der Veranstaltung im Barockschloss ein dreigängiges Menü.Foto: Holm Wolschendorf
Einblick in die Proben für das Historische Dinnertheater. Bevor das Drama seinen Lauf nimmt, serviert Gastronom Torsten Lacher bei der Veranstaltung im Barockschloss ein dreigängiges Menü.Foto: Holm Wolschendorf

Das Historische Dinnertheater bietet eine Mischung aus kulinarischem Genuss und kurzweiliger Unterhaltung. Der historische Ordenssaal und das Schlosstheater werden zur Bühne für das Stück „Ludwigsburger Leidenschaften. Teuflische Intrigen und himmlische Genüsse in der Residenz“. Sieben Vorstellungen sind bis September geplant, die Premiere findet am 25. März statt.

 

Bevor das historische Drama, eine Liebesgeschichte mit viel Musik, seinen Lauf nimmt, serviert Gastronom Torsten Lacher ein dreigängiges Menü im Grävenitz-Appartement. Es können aber auch nur die Theaterbesuche ohne Dinner gebucht werden.

 

Bei der Generalprobe am Wochenende saßen auch Christiane Schützer, die Leiterin der Jugendmusikschule, und Musiklehrerin Gotelind Himmler im Zuschauerraum. Mit Sarah Bächtle, Leonie Mohl, Carolin Bommer und Juliane Müller, die gemeinsam das Lady Lu Streichquartett bilden, wirken nämlich vier Schülerinnen der Musikschule bei dem Theaterstück mit. Sie dürfen neben den gesangserprobten Schauspielern auf der Bühne stehen und werden Teil der im Jahr 1769 angesiedelten Handlung, als Herzog Carl Eugen im Schloss residierte.

 

„Das Stück ist eigens für Ludwigsburg geschrieben worden“, wie Dany Thomas bei der Generalprobe betonte. Sie ist geschäftsführende Gesellschafterin der Visual Communication Group mit Sitz in Mannheim und die Erfinderin dieses Historischen Dinnertheaters, das auf Schlössern und Burgen aufgeführt wird. Auch das Heidelberger Schloss bietet die Kulisse für dieses außergewöhnliche Theatererlebnis. „Wir wollen den Menschen ihr Schloss näherbringen“, beschreibt Dany Thomas das Ziel.

 

Michael Hörrmann, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, sei von der Idee, nach dem Heidelberger nun auch das Ludwigsburger Schloss zu bespielen, sofort begeistert gewesen, erzählt sie. Von der Idee bis zur Umsetzung hat es ein Dreivierteljahr gedauert. Angesichts der beeindruckenden Kulisse des Ordenssaals wird ein Bühnenbild nahezu überflüssig, es gelangen nur wenige Requisiten zum Einsatz. Auf den Entwurf der Kostüme sei besonderer Wert gelegt werden, betont die Produzentin, bevor die Probe beginnt.

 

Die Autoren Uwe von Grumbkow und Rüdiger Schade haben das Stück geschrieben, das hinter die schöne Fassade des Barockschlosses schaut. Sie erzählen eine unterhaltsame Geschichte über Liebe, Treue und Verrat. Dabei greifen sie überlieferte Geschichten und Anekdoten auf. Die Zuschauer erfahren, dass Herzog Carl Eugen allen Frauen, mit denen er eine Affäre hatte, befohlen haben soll blaue Schuhe zu tragen. Mit der Moral bei Hofe hatte es offenbar eine ganz besondere Bewandtnis. „Niemand wird in der Hölle schmoren, nur weil er sich nachts jemanden zum Wärmen ins Bett holt“, tröstet Geraldine Charlotte Chaumet, gespielt von Karolin Blumenstengel, Dienerin Louise alias Tanja Götemann. Deren Verhältnis mit Diener Anton (Sebastian Schwarz) ist nämlich nicht ohne Folgen geblieben. Während die Dienerschaft so gut es geht schwäbelt, pflegen die hohen Herrschaften bei Hof ihren französischen Akzent. Der intrigante Zeremonienmeister mit dem Namen Eduard Rolande Emile de Chocolat Bonbon Jaguar (Boris Ben Siegel) nutzt die Abwesenheit von Hofkapellmeister Niccolò Jommelli (Gabriel Marian Skowerski) schamlos aus, um die Aufführung von dessen neuer Oper zu verhindern.

 

Musik spielt eine große Rolle in dem Stück. Das Publikum wird immer wieder in die Handlung einbezogen, zum Beispiel wenn Dienerin Louise zwischen den Stuhlreihen fegt. „Die zählen nicht, das sind doch nur die Komparsen“, beruhigt die glamouröse Geraldine Charlotte Chaumet, als Louise ihr das süße Geheimnis anvertraut. Geschichtliches wird unterhaltsam und ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt.

 

Info: Historisches Dinnertheater auf Schloss Ludwigsburg, Aufführungen sind am 25. März, 8. und 15. April, am 28. Oktober und am 3. November. Die Vorstellungen im Schlosstheater sind am 16. und 23. September. Beginn für das Dinner ist um 18.30 Uhr, das Theater beginnt um 20.30 Uhr und kann separat gebucht werden. Bestellung: www.historisches-dinnertheater.de oder unter (06 21) 87 69 10. Tickets für das Theater kosten zwischen 54 und 105 Euro, Theater mit Dinner zwischen 139 und 199 Euro.

Marion Blum
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