10. April 2014

Vor Merkel-Besuch: Autobombe explodiert in Athen

Athen (dpa) - Einen Tag vor dem Griechenlandbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eine Autobombe in Athen schweren Sachschaden angerichtet. Niemand sei verletzt worden, sagte ein Polizeioffizier der Nachrichtenagentur dpa.

Verstreute Autoteile
Unbekannte hatten telefonisch vor der Explosion gewarnt. Foto: Pantelis Saitas
dpa

Die Polizei hat für Freitag alle Demonstrationen im Regierungsviertel verboten. Regierungssprecher Simos Kedikoglou sagte im griechischen Fernsehen: «Wir werden den Terroristen nicht erlauben, ihre Ziele zu erreichen.»

Das Auto wurde bei der Explosion am Donnerstagmorgen völlig zerstört. Von dem Fahrzeugwrack waren nur Teile des Motors und ein Rad erkennbar. An den Fassaden der umliegenden Gebäude entstanden erhebliche Schäden. Zwei Unbekannte hatten mit fast zeitgleichen Anrufen bei einer griechischen Zeitung und einem Nachrichtenportal vor der Explosion gewarnt.

Wem der Anschlag galt, blieb zunächst unklar. Rund um den Tatort in der Athener Innenstadt sind mehrere kleinere Banken, Büros von Juristen, Journalisten und der ständigen Vertretung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Einen Block weiter liegen die Büros der griechischen Zentralbank. Viele Beobachter brachten den Anschlag in Verbindung mit Merkels Besuch am Freitag.

Die Polizei vermutet, dass eine der zahlreichen linksgerichteten Untergrundorganisationen hinter dem Anschlag steckt - zunächst bekannte sich aber niemand zu dem Vorfall.

Merkel will die griechische Regierung bei ihrem Besuch in ihrem Sparkurs bestärken. Zahlreiche Gewerkschaften, die stärkste Oppositionspartei Bündnis der radikalen Linken (Syriza) und autonome Gruppierungen haben zu Protesten aufgerufen.

Weitere Artikel aus diesem Ressort
Anzeige
UMFRAGE
Bundestagswahl 2017

Haben Sie sich schon für eine der Parteien bei der Bundestagswahl am Sonntag entschieden?

UMFRAGE
Erste Hilfe leisten

Die Hälfte der Deutschen traut sich nicht, Erste Hilfe zu leisten – aus Angst, etwas falsch zu machen. Sollten daher regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse zur Pflicht werden?

Die schönsten Seiten des Kreises
Zeitschriftenvorteil