06. Mai 2012

Wie Simonis' Träume von der Wiederwahl 2005 platzten

Berlin (dpa) - Das Stichwort «Dänen-Ampel» weckt Erinnerungen: Denn vor sieben Jahren lief schon einmal alles auf ein Bündnis von SPD, Grünen und SSW hinaus.

Heide Simonis
Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis sieht machtlos ihrer Abwahl zu.
dpa

Es sollte die erste Minderheitsregierung in der Geschichte Schleswig-Holsteins werden. Doch am 17. März 2005 scheiterte die Wiederwahl von Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) spektakulär. Ein Abgeordneter aus dem eigenen Lager verweigerte ihr die Gefolgschaft, so dass Simonis nur auf 34 von 69 Stimmen kam und in vier Wahlgängen keine Mehrheit erreichte.

Die wäre ohnehin äußerst knapp gewesen, denn auf Basis einer «Tolerierungsvereinbarung» wollten SPD und Grüne eine vom Südschleswigschen Wählerverband (SSW) unterstützte Minderheitsregierung mit einer Mehrheit von nur einer Stimme bilden.

Die Landtagswahl am 20. Februar hatten weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb für sich entscheiden können. Politische Gegner, aber auch eine breite Öffentlichkeit warfen Simonis damals vor, sie wolle um jeden Preis an der Macht festhalten.

Nach dem Ende der Ära Simonis einigten sich CDU und SPD auf eine Koalition. Peter Harry Carstensen (CDU) wurde Ministerpräsident. Wer der «Verräter» aus den Reihen der SPD war (spöttisch oft als «Heide-Mörder» tituliert), ist bis heute nicht geklärt.

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