05. Mai 2012

Zitate im französischen Präsidentenwahlkampf

Paris (dpa) - Mit zum Teil recht markigen Sprüchen machten in Frankreich die Präsidentschaftskandidaten Wahlkampf. Hier einige Zitate in einer dpa-Übersetzung:

NICOLAS SARKOZY (amtierender Präsident)

«Ich glaube an den Sieg. Ich spüre etwas unter der Oberfläche, tiefgreifende Bewegungen...» 3. Mai, Paris

«Es ist immer das Gleiche mit den Sozialisten: Sie machen jedem Versprechen, sie versprechen eine rosige Zukunft und dann, wenn sie verteilt haben, was sie eigentlich nicht besitzen, wenn das Scheitern sich abzeichnet, wenn die Zuversicht schwindet, dann gehen sie zum Sparen über (...) Mit den Sozialisten gibt es zwei Tage lang Lügen und dann Jahre zur Begleichung der Rechnung.» 3. Mai, Toulon

«Das ist ein Votum des Leides, ein Votum der Krise - warum sollte man diese Wähler beleidigen? Ich sage ihnen jedenfalls: Ich habe Euch verstanden.» 23. April, Paris (nach der ersten Wahlrunde)

«Das Europa, das die Migrationsströme nicht reguliert, das seine Grenzen nicht verteidigt und das gleichzeitig seine Märkte ohne Gegenleistung öffnet, ist am Ende.» Sarkozy, 23. April, Saint-Cyr

«Wenn (ein Sieg) nicht der Fall sein sollte, dann werde ich die Konsequenzen daraus ziehen. Das ist normal. Man muss schon eine merkwürdige Persönlichkeit haben, wenn einem die Franzosen etwas sagen und man meint, genauso weitermachen zu können, als sei nichts passiert wäre.» 3. Mai, Canal+

«Europa ist ein offener Kontinent, er darf kein Kontinent wie ein Sieb sein. 5. April (Wahlkampf-)«Brief an die Franzosen»

FRANCOIS HOLLANDE (sozialistischer Favorit)

«Der Präsident, der ich sein werde, wird dem Kandidaten ähneln, der ich bin: respektvoll, einigend - ein normaler Kandidat für eine normale Präsidentschaft im Dienste der Republik.» 3. Mai, Toulouse «Er (Sarkozy) ist wie ein Läufer, der abgehängt wurde und versucht, dem Führenden am Trikot zu ziehen. Ich will versuchen, offensiv zu sein, ohne in einen Ringkampf zu verfallen.» 24. April, Paris, Interview «Libération»

«Wenn ich Präsident bin, werde ich den Zug nehmen.» 24. April, Laon

«Ich denke, wir werden den Präsidentschaftswahlkampf gewinnen. Ich fühle es, ich sehe es, ich hoffe es, ich will es.» 24. April, Laon

«Mobilisiert, als ob ihr selbst Kandidaten wärt.» 4. März, Toulouse

«Viele Franzosen haben nicht gewählt: denkt nicht, dass der Sieg schon sicher ist. Nein! Den Sieg, den müssen wir uns holen» 3. Mai, Toulouse

«Ich verstehe vollkommen die deutsche Haltung. Wenn wir den Deutschen sagen: "Hört mal, Deutschland wird für unsere Überziehungen, unsere Defizite und unsere Schulden zahlen", dann verstehe ich, dass es da Vorbehalte gibt. Und die wird es nicht nur bei den Konservativen, sondern auch den Sozialdemokraten geben. Also muss jeder Anstrengungen machen. Aber Deutschland muss auch verstehen, dass Wachstum eine große Anzahl von Problemen lösen kann.» 25. April, Pressekonferenz, Paris

«Was den Status der Zentralbank angeht, so habe ich stets dafür gekämpft, dass er überdacht wird. Ich kenne die deutschen Vorbehalte. Aber besser wäre es, dass die Europäische Zentralbank, ohne dass man ihren Status ändern müsste, als erste und letzte Möglichkeit bei den Länder intervenieren könnte.» 25. April, Pressekonferenz, Paris

COHN-BENDIT (Grüner Europaabgeordneter)

«Der Sieg der Linken ist nicht der Eintritt ins Paradies, es ist der Eintritt in die Hölle der Realität.» 25. April, «Le Parisien»

BAYROU (Zentrumspolitiker)

«Der Weg, den Nicolas Sarkozy eingeschlagen hat, ist gefährlich; er ist nicht vereinbar mit unseren Werten, mit den Werten des Gaullismus, und ebenso wenig mit den Werten der republikanischen und sozialen Rechten.» 3. Mai, Paris

Französische Botschaft zur Präsidentenwahl

Französische Botschaft zu Wahlterminen

Liste der Kandidaten

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