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Abellio wartet weiter auf fünf neue Züge

Die vollständige Auslieferung der neuen Züge der Talent-2-Flotte durch Bombardier verzögert sich weiter: Zum Fahrplanwechsel am morgigen Sonntag, 13. Juni, verkündet Bahnbetreiber Abellio für das Stuttgarter Netz/Neckartal neben kleineren Änderungen auch, dass deshalb auf der Frankenbahn noch immer Ersatzfahrzeuge unterwegs sein werden.

Einer der modernen Züge des Typs Talent-2. Archivfoto: Alfred Drossel
Einer der modernen Züge des Typs Talent-2. Foto: Alfred Drossel

Besigheim. Zum morgigen kleinen Fahrplanwechsel sei Hersteller Bombardier noch die Auslieferung von fünf Zügen für das Netz Neckartal schuldig, teilt Betreiber Abellio mit. Diese würden nicht, wie zuletzt zugesagt, zum jetzigen Fahrplanwechsel zur Verfügung stehen, sondern sollen laut Bombardier im Herbst 2021 ausgeliefert werden. Zunächst bis Anfang September wird deshalb die Wedler Franz Logistik GmbH (WFL) mit ins Boot geholt. Sie wird zwei Umläufe im Unterauftrag von Abellio fahren. Die modernisierten Wagen (Silberlinge) sowie Doppelstockwagen der WFL werden montags bis freitags im Abschnitt Tübingen−Heilbronn/Mosbach-Neckarelz eingesetzt.

Zum Hintergrund: Die insgesamt 52 neuen Züge sollten in drei Stufen – parallel zu den Betriebsaufnahmen von Abellio im Netz Neckartal – bis Oktober 2020 ausgeliefert werden. Sie sollen mehr Reisekomfort bieten und sind mit Klimaanlagen, Steckdosen, Mobilfunkverstärker, WLAN und Fahrradstellplätzen ausgestattet. Doch Bombardier befindet sich seit nunmehr 24 Monaten im Verzug mit der Fahrzeuglieferung und hat wiederholt Lieferversprechen nicht einhalten können. Der Grund: Der Hersteller sei mit der Fahrzeugproduktion im Rückstand, zudem müssten mit einigen Zügen Softwaretests durchgeführt werden, sagt eine Abellio-Sprecherin. In der Vergangenheit wurden die Fahrzeuge zudem teils gar nicht oder zu spät und zum Teil mit technischen Problemen geliefert. Viele Pendler, die von Zugausfällen und Verspätungen regionaler Bahnen betroffen waren und Dauerkarten hatten, erhielten deswegen im vergangenen Jahr eine einmalige Entschädigung (wir berichteten).

Sind mit dem Einsatz von Fahrzeugen eines Subunternehmers nicht erneut Verspätungen und Unzufriedenheit der Fahrgäste programmiert? Die WFL sei schon einmal von Juni bis Dezember 2020 im Unterauftrag von Abellio gefahren und habe sich als zuverlässiger Partner erwiesen, so eine Abellio-Sprecherin. „Wir sind überzeugt, dass WFL auch jetzt vollen Einsatz zeigen wird, um den Fahrgästen auf Franken- und Neckar-Alb-Bahn einen guten Schienenpersonennahverkehr anzubieten.“ Abellio bedaure, dass die Fahrgäste im Netz Neckartal wegen des Lieferverzugs durch Bombardier seit gut einem Jahr teilweise mit älteren Ersatzfahrzeugen vorliebnehmen müssten. „Auch wir hätten uns eine reibungslose und fristgerechte Fahrzeuglieferung gewünscht“, so die Sprecherin.

Mit dem Fahrplanwechsel ergibt sich zudem eine Änderung bei den Liniennummern. Fahrgäste im nördlichen Landkreis Ludwigsburg und südlichen Landkreis Heilbronn müssen sich an eine neue Liniennummer gewöhnen. Die Linie RE10a/b von Tübingen nach Mannheim wird zwischen Tübingen und Heilbronn in RB12 umbenannt. Zwischen Heilbronn und Mannheim bleibt es bei der Nummer RE10. Linie RB18 von Tübingen bis Osterburken wird nicht umbenannt. Jedoch werden zwischen Bad Friedrichshall und Osterburken Bedarfshalte eingeführt. Die Fahrzeuge halten an den Unterwegsbahnhöfen künftig nur bei Anmeldung eines Haltewunsches.

Übrigens: Eine Verschiebung der Fahrzeiten soll es mit dem Fahrplanwechsel in unserer Region nicht geben, so Abellio.

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