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Abiturienten kurz vor den Prüfungen: „Ich mache mir keinen allzu großen Stress“

Später als ursprünglich geplant startet am Dienstag das Abitur. Schon im Januar hatten wir mit Ludwigsburger Gymnasiasten über das Lernen und die Prüfungsvorbereitung in Pandemiezeiten gesprochen. Nun erzählen sie, wie es ihnen kurz vor dem Abi geht.

Am Dienstag startet das Abitur. Foto: Felix Kästle/dpa
Am Dienstag startet das Abitur. Foto: Felix Kästle/dpa

Ludwigsburg. Sie haben das letzte Jahr ihrer Schulzeit unter Pandemiebedingungen erlebt. Keine Studienfahrten, keine Abistreiche, keine Partys. Am Dienstag beginnen für die Abiturienten in Baden-Württemberg die Prüfungen. Und auch diese werden anders ablaufen, als es sich die Schulabgänger vorgestellt hatten. Freiwillige Tests davor, Maskenpflicht währenddessen und kein gemeinsames Feiern direkt danach. Lina Schmeling und Vanessa Schneider vom Schiller-Gymnasium sowie Maja Ziegenbein und Anja Arh vom Mörike-Gymnasium sind relativ entspannt vor den Prüfungen. „Ich fühle mich gut vorbereitet“, sagt Lina Schmeling. Trotz Fernunterricht seien sie mit dem Stoff gut durchgekommen und haben in den letzten Stunden vor den Prüfungen noch viel wiederholt.

„Ich mache mir da keinen allzu großen Stress“, sagt Maja Ziegenbein. Sie brauche keinen bestimmten Durchschnitt. Außerdem seien ihnen die Lehrer immer gut zur Seite gestanden. Auch Anja Arh fühlt sich gut vorbereitet. „Fast alle meiner Lehrer, die ich in meinen Prüfungsfächern habe, sind immer offen für Fragen.“ Sie erfahre von allen Seiten große Unterstützung, nicht nur von Lehrern, sondern auch der Familie, Freunden und Nachbarn, sagt Anja Arh. „Das motiviert mich ein Stück weit zum Lernen.“

Sie habe natürlich noch Lücken, sagt Vanessa Schneider. Besonders bei den Themen, die im Onlineunterricht besprochen wurden. „Die musste ich mir jetzt eben in Eigenarbeit aneignen“, sagt sie. Mehr stresst es sie, nicht zu wissen, ob sie kurzfristig in Quarantäne muss. Die vergangenen zwei Wochen fand wieder Fernunterricht statt, dass die Prüflinge so wenig Kontakte wie möglich haben. „Ich hatte zwar auch Lerngruppen. Die haben wir über Videokonferenzen gemacht oder uns nach negativem Schnelltest in Kleingruppen getroffen“, erzählt Vanessa Schneider. So macht es auch Lina Schmeling. „Ich versuche, meine Kontakte so weit es geht zu beschränken.“

Ganz in Selbstisolierung begeben sich die Abiturientinnen nicht. „Ich minimiere durchaus meine Kontakte, aber ich verzichte nicht komplett auf den Kontakt mit der Außenwelt“, so Anja Arh. Ein gewisser Ausgleich zur Schule, etwa bei einem Spaziergang, sei ihr wichtig.

Maja Ziegenbein trifft sich auch weiterhin einzeln mit Freundinnen, die aus beruflichen Gründen bereits geimpft sind. Sie versuche jedoch, sich nur draußen mit anderen Menschen zu treffen. Vor dem Abitur komplett auf Sozialkontakte verzichten möchte sie nicht. „Das tut mir psychisch einfach sehr gut und ich möchte mich nicht für fünf Wochen lang komplett isolieren“, sagt sie.

Dass sie während der Prüfungen eine Maske tragen müssen, finden die Schülerinnen verständlich. Trotzdem findet Vanessa Schneider die Vorgabe nicht gut. „Bei einer fünf Stunden langen Abi-prüfung, in der die ganze Zeit volle Konzentration gefordert wird, finde ich es schwer, das mit Maske durchzuhalten.“ Anja Arhs größte Sorge ist es, dass sie aufgrund der Maskenpflicht weniger leistungsfähig ist. Und noch etwas beschäftigt die Abiturientin: Wird beim Korrigieren tatsächlich Rücksicht auf die Ausnahmesituation genommen, wie vom Kultusministerium empfohlen? „Wie soll das ein Mathelehrer umsetzen? Das Ergebnis, der Lösungsweg und der Ansatz sind entweder richtig oder falsch.“

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