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Abwarten bei den Testzentren

Wie wirken sich die neuen Coronaregeln aus? Kommunen wollen für die Kosten nicht aufkommen

Die Corona-Schnellteststelle im Ludwigsburger Rathaushof. Foto: Holm Wolschendorf
Die Corona-Schnellteststelle im Ludwigsburger Rathaushof. Foto: Holm Wolschendorf

Kreis Ludwigsburg. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat für alle, die nicht geimpft oder genesen sind, eine Testpflicht für alle Aktivitäten in Innenräumen beschlossen. Das gilt in Baden-Württemberg bereits ab kommendem Montag etwa für den Besuch von Restaurants, Friseur oder Fitnessstudio. Wie wird sich das auf die Nachfrage der Schnelltests auswirken, die ab 11. Oktober bezahlt werden müssen? Wir haben bei den Kommunen im Kreis nachgefragt.

Kornwestheim: Aktuell werden zwei Teststellen mit Unterstützung der Stadt betrieben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Impfquote und des zu erwartenden Anstiegs der Infektionszahlen nach den Sommerferien geht die Stadt davon aus, dass die Nachfrage steigen wird. Die Verwaltung setzt sich dafür ein, dass die vorhandenen Teststellen weiter betrieben werden und bei steigendem Bedarf ihr Angebot sogar erweitern können. Darüber hinaus besteht die Option, dass die Teststelle am Salamanderareal wieder ihren Betrieb aufnimmt.

Schwieberdingen: Ein kommunales Schnelltestzentrum ist in Schwieberdingen nicht eingerichtet. Auf dem Parkplatz von Bosch gibt es ein sogenanntes Drive-Thru-Schnelltestzentrum. Der Betreiber, die ViaMed GmbH, bietet hier Antigen-Schnelltests während des „Vorbeifahrens“ an. Die Kommune erwartet eher eine geringere Nachfrage als im Frühjahr. „Aktuell können wir die Nachfrage perspektivisch nicht vollumfassend abschätzen“, heißt es aus dem Rathaus.

Remseck: Aktuell gibt es im Stadtgebiet zwei Schnellteststationen. Wichtig ist es der Stadtverwaltung, die Situation im Auge zu behalten und bei Bedarf entsprechende Maßnahmen einzuleiten. „Ob es in Zukunft generell mehr oder weniger Teststellen geben wird, liegt allerdings nicht in der Zuständigkeit der Kommune.“

Sachsenheim: Derzeit gibt es hier vier Teststationen. Das DRK testet für die Stadt im Kulturhaus, die anderen sind privat (zwei Apotheken, eine Firma) Derzeit nimmt die Nachfrage beim DRK Zentrum schon deutlich ab. Auch die Vermutung, dass in den Sommerferien die Nachfrage wieder etwas steigt, da auch Schülerinnen und Schüler nun auf die Testzentren angewiesen sind, hat sich bislang nicht bestätigt. Wenn die Nachfrage wieder steige, könne man das Angebot wieder ausbauen.

Ludwigsburg: In der Stadt gibt es aktuell 13 Schnellteststationen und 18 Apotheken sowie Arztpraxen, die Coronatests anbieten. Seit Anfang August sind die Testzahlen laut einer Rathaussprecherin gesunken und pendelten sich in der ersten Augustwoche bei knapp 1450 ein, Tendenz gleichbleibend. Die Stadt geht davon aus, dass die Anzahl der Tests mit steigender Inzidenz ebenfalls wieder nach oben gehen wird. Dafür sei man auch gerüstet.

Bietigheim-Bissingen: In der Stadt gibt es fünf Testzentren. Apotheker Bühler von der Apotheke im Kaufland betreibt davon zwei in der Sporthalle am Viadukt und am Hallenbad Bissingen. Die Stadt ist mit dem Apotheker im Gespräch, ob die Flächen in der Sporthalle bei weniger Nachfrage verringert werden. Dies werde man je nach Entwicklung der Lage entscheiden.

Besigheim: Hier gibt es derzeit zwei Testellen – in der Bahnhofapotheke und bei Fitkom. „Wir können je nach Entwicklung und Nachfrage das Angebot erweitern“, so die Erste Beigeordnete Heike Eckert-Maier. Sie erwartet, dass mit Ende der Ferien und mit dem Start der neuen Regeln im August die Nachfrage nach Schnelltests wieder anziehen könnte.

Vaihingen: Aktuell können in Vaihingen an vier Standorten Schnelltests durchgeführt werden. Darunter ist ein kommunales Testzentrum, welches die Stadt selbst betreibt. Für das kommunale Testzentrum liegt eine (unbefristete) Einzelbeauftragung des Kreisgesundheitsamtes vor. „Eine Prognose ist hier schwierig“, so der Leiter des Ordnungsamtes, Florian Volz. „Wenn Ungeimpfte künftig in verschiedenen Lebensbereichen wieder verstärkt Tests vorweisen müssen, könnte die Nachfrage steigen. Doch angesichts der Ankündigung, dass Schnelltests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden sollen, ist eher mit einem Rückgang der Nachfrage zu rechnen. Aufgrund der sinkenden Nachfrage in den vergangenen Wochen, wurde die Testkapazität schon schrittweise reduziert. Diese könnte aber kurzfristig wieder hochgefahren werden, sollte die Nachfrage es erfordern.

Auch bei den Anbietern von Ausflugsangeboten , wie dem Neckar-Käpt’n herrscht noch Unsicherheit vor. Im Moment hält das Unternehmen noch 17 Teststellen entlang der Strecke vor. Es waren zu Hochzeiten mal über 40. Im Kreis Ludwigsburg ist von drei nur noch die Teststelle in Marbach übrig geblieben. „Wir warten jetzt erst einmal ab und können notfalls reagieren“, so ein Sprecher.

Absage an Tübinger Weg

Während die Stadt Tübingen plant, ab 11. Oktober weiterhin kostenlose Schnelltests über die Notärztin Lisa Federle anzubieten, wollen die Kommunen im Landkreis die Kosten nicht übernehmen. Die Stadt Sachsenheim begründet dies auch damit, dass die Impfungen kostenlos sind. „Wir bieten Impfungen über kommunale Angebote an, die für alle kostenlos sind“, so eine Sprecherin. So mache kommenden Freitag der Impfbus in Sachsenheim wieder Station. Auch in Remseck, Schwieberdingen und Vaihingen hält man von dem Vorschlag nichts.

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