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Achtung, aus der Bahn: Winterfreuden auf dem Stocksberg

Am Nordhang liegen zwei Zentimeter Schnee – Rodler aller Altersklassen haben ihren Spaß – Parkplätze sind überfüllt – Der Betrieb des Skilifts ist eingestellt

Schlittenfahren geht auch bei einer dünnen Schneeschicht. Fotos: Alfred Drossel
Schlittenfahren geht auch bei einer dünnen Schneeschicht. Foto: Alfred Drossel
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BEILSTEIN. Am Samstag lag gerade einmal ein Zentimeter Schnee, gestern waren es schon zwei: Das kleine Wintersportgebiet am Stocksberg lockte auch bei dieser mageren Ausbeute an weißer Pracht hunderte Rodler an. Schon am Vormittag rutschten die ersten Rodler den Hang hinunter. Sie waren vor allem aus den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn angereist. Der Stocksberg, wie auch der nahe Juxkopf, sind die einzigen und auch die nächsten Wintersportgebiete der Region.

Jung und Alt freuten sich über den Schnee, auch wenn Grasnarben die Schussfahrt ins Tal stoppten. Die Parkplätze rund um den Nordhang unterhalb des Funkmastens waren überfüllt.

Für Skifahrer ist der Stocksberg allerdings nicht mehr attraktiv, denn den Lift gibt es nicht mehr. Nach langem Ringen habe man keinen anderen Ausweg mehr gesehen. Die zurückliegenden beiden Winter habe die Anlage so gut wie gar nicht mehr aufgehabt, sagte Wolfgang Assenheimer, dessen Familie knapp 50 Jahre den Skilift auf dem Stocksberg betrieben hatte. „Es hat uns immer riesige Freude bereitet den Lift aufzubauen, die Piste zu präparieren und bei jeder Gelegenheit da zu sein“, so Assenheimer. Aber der Klimawandel hinterlasse auch am Stocksberg seine Spuren. Immer wärmere Winter sorgten dafür, dass es immer weniger Schnee gebe. „Dadurch hat sich unsere finanzielle Lage leider nun immer weiter verschlechtert“, berichtete Wolfgang Assenheimer.

Der erste Siklift wurde Mitte der 1960er Jahre auf dem Stocksberg bei Beilstein installiert. Es war ein von einem Motor angetriebenes Hanfseil. Die Inbetriebnahme erfolgte damals durch die Stuttgarter Skischule Schwaben. 1971 gab es dann zwei Lifte, einen davon übernahm die Familie Assenheimer, den anderen die Stadt Beilstein und die Skischule. Erst Anfang der 1990er Jahre wurde der Gemeinschaftslift aufgegeben. Die Familie Assenheimer investierte immer wieder in ihren Lift.

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