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Am Marstall ein Holzhaus als Hotel

Die schicken Pläne für ein ganz besonderes Gebäude aus Holz sind seit langem bekannt, jetzt steht auch fest, wer das neue Hotel unterhalb des Marstalls bauen wird. Interesse haben die Betreiber des Ludwigsburger Hotels campuszwei mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Harald Kilgus und Mitgesellschafter Arne Wintermeier, der bis 2016 auch für die Stadt Ludwigsburg als Bahnhofsmanager tätig war und sich derzeit in Berlin aufhält. „Das kreative und nachhaltige Konzept hat uns angesprochen“, so Kilgus im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Harald Kilgus am Bauplatz: An dieser Stelle soll das neue Hotel für Geschäftsreisende und Städtebesucher entstehen. Foto: Foto: Oliver Bürkle

Ludwigsburg. Dafür nehmen die beiden Investoren mit ihrer Gastservice & Hotelbetriebe Ludwigsburg GmbH auch ordentlich Geld in die Hand. Rund vier Millionen Euro wird der Neubau kosten. Kilgus lässt durchblicken, dass man ein Hotel sicherlich billiger bauen könnte. Doch das stehe für sie nicht im Vordergrund. „Wir haben einen hohen Anspruch“ – auch an die Architektur und die Bauweise.

Das Neue bei diesem vom Büro „Von M“ (Stuttgart) geplanten Bauwerk, das auch mit dem Gestaltungsbeirat der Stadt abgestimmt wurde: Es wird nicht nur aus Holz sein, es wird auch aus einzelnen Modulen bestehen. Die 55 Hotelzimmer werden dabei komplett vorgefertigt und Stück für Stück aufeinandergestapelt. „Mit Holz zu bauen, liegt im Trend, wir sind aber auch überzeugt, dass das richtig ist.“

Der Modulbau wird relativ wenig Zeit beanspruchen – am längsten dauert bei dem Bauvorhaben die Unterkellerung und Gründung. Denn das Gelände direkt gegenüber der früheren Zufahrt zur Marstall-Tiefgarage liegt am Hang und ist relativ lose. Deshalb müssen auch Pfeiler für Stabilität sorgen.

Der Bauherr hat jetzt von der Stadt grünes Licht bekommen, im September sollen die Arbeiten beginnen. Geplant ist, angepasst an die Umgebung in der Unteren Stadt einen mehrgeschossigen Bau zu errichten. Er wird in etwa der Kubatur des historischen Gebäudes entsprechen, das bis 1972 dort stand. Daneben wird zum Platz hin eine Art Stadtterrasse entstehen, die auch bewirtet werden soll.

„Wir verfolgen ein Konzept, das als Open Lobby bezeichnet wird“, so Kilgus. Der Gast soll beim Empfang ankommen wie zu Hause, mit Aufenthaltsmöglichkeit, einer Bar, Plätzen im Freien, einem Arbeitstisch mit WLAN, wo man sich treffen und austauschen kann. „Alles soll recht freundlich sein“, so Kilgus.

Zusammen mit Wintermeier betreibt er bereits zwei Hotels, das Hotel am Marstall – einen Namen dafür gibt es noch nicht – wäre das dritte. Ähnlich groß ist das Parkhotel in Ostfildern mit 51 Zimmern, im campuszwei werden 31 Zimmer angeboten.

Das Umfeld rund ums Marstall hat sich laut Kilgus sehr positiv entwickelt. Ein Hotel an dieser Stelle und mit direkter Anbindung an die Innenstadt sei genau richtig. Was den Betrieb des neuen Hotels angeht, sind die Investoren zuversichtlich, obwohl in den letzten Jahren mehrere Hotels in Ludwigsburg entstanden sind (siehe Infobox). „Wir haben den Markt genau beobachtet.“ Das campuszwei laufe gut, ihr Konzept komme gut an, auch könne man auf Stammgäste bauen.