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Am Wochenende treibt es viele nach draußen

Was tun, wenn fast alles abgesagt, fast nichts erlaubt ist? Spaziergänge erfreuen sich in der Coronazeit großer Beliebtheit. Rund um den Monrepossee ist am Wochenende einiges los. Im Gespräch mit Spaziergängern wird jedoch eines klar: Draußen gibt es viel mehr zu tun als nur zu spazieren.

Es gibt kein schlechtes Wetter: Gut ausgerüstet mit Gummistiefeln und Regenjacke beobachtet diese kleine Spaziergängerin die Schwäne auf dem See. Fotos. Holm Wolschendorf
Es gibt kein schlechtes Wetter: Gut ausgerüstet mit Gummistiefeln und Regenjacke beobachtet diese kleine Spaziergängerin die Schwäne auf dem See. Fotos. Holm Wolschendorf Foto: Holm Wolschendorf
Volle Kraft voraus: Stefan Adrian lässt mit seinem Vater Siegfried Motorboote über den Monrepossee fahren.
Volle Kraft voraus: Stefan Adrian lässt mit seinem Vater Siegfried Motorboote über den Monrepossee fahren. Foto: Holm Wolschendorf
Joggingrunde statt Fußballtraining: Helena Nowack nutzt das Wochenende für Sport.
Joggingrunde statt Fußballtraining: Helena Nowack nutzt das Wochenende für Sport. Foto: Holm Wolschendorf
Ob wohl noch einer anbeißt? Die Angler Fabian Pfeifer (rechts) und André Lang haben noch nichts gefangen, sie bauen gerade erst auf.
Ob wohl noch einer anbeißt? Die Angler Fabian Pfeifer (rechts) und André Lang haben noch nichts gefangen, sie bauen gerade erst auf. Foto: Holm Wolschendorf
Rote Wurst und Brezeln vom Kiosk: Familie Pasetto lässt es sich schmecken.
Rote Wurst und Brezeln vom Kiosk: Familie Pasetto lässt es sich schmecken. Foto: Holm Wolschendorf

Ludwigsburg. Der Himmel ist zwar bewölkt an diesem Samstagnachmittag, aber es bleibt trocken. Zumindest von oben. Auf den Wegen rund um den Monrepossee haben sich einige Pfützen gebildet, an den Schuhen sammelt sich Matsch, bei manchen Schritten gibt der Boden ein schmatzendes Geräusch von sich. Viele Kinder tragen Gummistiefel, damit springen sie voller Freude in den Schlamm. „Hier sind schon viele Pfützen“, sagt Helena Nowack, die am See entlang joggt. Die Eglosheimerin spielt in Asperg Fußball. Doch das Training fällt derzeit aus. Stattdessen sollen sie und ihre Teamkolleginnen zweimal die Woche joggen gehen. Das macht Helena Nowack trotz der Pfützen am liebsten am Monrepos oder im Favoritepark. „Es ist einfach eine schöne Runde ganz ohne Autos“, sagt sie.

Auf der Wiese nebenan fahren ein paar Autos, allerdings kleine, die Kinder mit Fernbedienungen gegeneinander krachen lassen. Der 13-jährige Stefan Adrian steht am See und lässt zusammen mit seinem Vater Siegfried seine Modellboote fahren. Selbst gebaut sind sie nicht, „aber selbst geflickt“, erzählt der 13-Jährige stolz. Neu gestrichen hat er das Boot und allerlei Dinge verbessert. Das U-Boot bereitet ihm noch Sorgen: Es ist undicht. Während er davon erzählt, verliert sich der junge Modellboot-Experte in Fachbegriffen. Die Boote sind sein großes Hobby. „Morgen sind wir wahrscheinlich wieder hier“, sagt er und verstaut die Boote vorsichtig in einem Wagen.

Alkohol gibt es am Kiosk nicht

Zwei Hunde laufen neben Herrchen und Frauchen her. „Ich bin Hundetrainerin und wir haben Apportieren geübt“, sagt sie. Schließlich brauchen auch die Vierbeiner etwas Bewegung. Am Seeschloss steigt den Spaziergängern der Geruch nach roter Wurst in die Nase. Unter einem Torbogen gibt es an einem Kiosk Essen und Trinken zum Mitnehmen. Familie Pasetto hat sich etwas gekauft, zufrieden kauen die Kinder ihre Brezeln, kurz darauf rennen sie ein Stück den Weg entlang. „Die Kinder müssen sich ein bisschen austoben“, erzählen die Eltern. Gerade durch den Online-Unterricht fehle es an Bewegung. So ein Nachmittag an der frischen Luft sei da genau das Richtige. Positiv überrascht waren die Pasettos, dass es einen Kiosk gibt, an dem man sich zumindest zum Mitnehmen etwas kaufen kann. Zum Aufwärmen wird Kinderpunsch angeboten. Alkohol darf laut Corona-Verordnung nicht verkauft werden. Auch vor dem Kiosk bilden sich an diesem Nachmittag keine größeren Ansammlungen. Auf den Wegen sind zwar einige Menschen unterwegs, jedoch nur in kleinen Gruppen und mit Abstand.

Fabian Pfeiffer und André Lang haben einen ruhigen Platz gefunden. Die beiden Angler haben noch nichts gefangen, sie bauen ihr Equipment gerade erst auf. Das Angeln ist für sie ein Hobby. „Es ist toll, dass man an der frischen Luft ist“, sagt Fabian Pfeiffer. Außerdem genießt er die Ruhe und dass er sich trotzdem hin und wieder mit seinem Angel-Kollegen unterhalten kann. „Der Fang ist immer unterschiedlich“, sagt Fabian Pfeiffer. Es komme immer auf den Tag an, wie viele Fische anbeißen. Die Hoffnung auf einen Karpfen oder einen Hecht ist groß. Fabian Pfeiffer hat bereits seine Kamera bereit gelegt, um den ersten Fang des Tages auf einem Foto festzuhalten.

Der ein oder andere Fotograf ist auch unterwegs, um das Schloss, die Schwäne auf dem See oder die Spiegelung der Kapelle auf dem Wasser festzuhalten. Einmal abdrücken, schon werden mehrere Bilder geschossen. Länger dauert es bei dem Künstler, der am Wegesrand steht. Mit einem Bleistift und einem Block in der Hand steht er da und hält auf seine Weise – mit schwarzen, schwungvollen Strichen – das Seeschloss fest.

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