Logo

Anzahl der Tests geht weiter zurück

Seit dieser Woche müssen die meisten Bürger für ihre Corona-Tests in die Tasche greifen. Der Preis liegt zwischen 15 und über 40 Euro. Das ließ natürlich die Nachfrage nach den Schnelltests deutlich sinken. Manche Ärzte fürchten, dass auf diese Weise viele Infektionen nicht entdeckt werden. Bei den Teststellen selbst bleibt die Lage glücklicherweise entspannt.

Seit dieser Woche muss man für die Schnelltests bezahlen. Archivfoto: Matthias Balk/dpa
Seit dieser Woche muss man für die Schnelltests bezahlen. Foto: Matthias Balk/dpa

Kreis Ludwigsburg. Mit dem Wechsel zu Beginn dieser Woche zieht die Bundesregierung die Daumenschrauben für Nichtgeimpfte nochmals an. Seit Montag gehören die Gratis-Schnelltest der Vergangenheit an – mit ein paar wenigen Ausnahmen. Bereits im August haben Bund und Länder einen entsprechenden Beschluss gefasst. Die Corona-Testkosten könnten nicht länger auf den Steuerzahlen abgewälzt werden, denn inzwischen habe man jedem Bürger, ein Impfangebot machen können. Wer sich bis jetzt nicht impfen lassen will, soll seine Tests eben selbst zahlen. Schon jetzt seien Kosten in Milliarden-Höhe aufgelaufen. Dieses Verfahren bezieht sich ausschließlich auf die Corona-Schnelltests. Die PCR-Test werden weiter von den Krankenkassen bezahlt. Sie werden normalerweise nur bei Menschen mit Symptomen oder eine Infektion angewendet.

Vor allem Ärzte hielten dagegen, dass somit viele Infektionen erst gar nicht entdeckt würden. Die Infizierten ließen sich einfach nicht mehr testen. Außerdem würde dieses Vorgehen die Spaltung der deutschen Gesellschaft weitere voranbringen. Es gab also zwei konträre Meinungen, wie seit Beginn der Pandemie.

Die Anzahl der Teststellen im Landkreis kann aktuelle nur vermutet werden, weil sich viele der Einrichtungen nicht abgemeldet haben. Offiziell sind 144 Testellen eingerichtet. Betrieben werden sie von Ärzten, Apotheken. Kommunen, Vereinen, Krankenhäusern und Firmen.

„Die Anzahl der Schnelltests ist deutlich zurückgegangen, wir haben jetzt nur noch ein Viertel der Personen, die sich einem Test unterziehen. Das sind hauptsächlich Stillende, Kinder oder Studenten“, sagt Gunther Dorda, Besitzer der Apotheke am Rathaus in Asperg. Ein Schnelltest kostet hier 15 Euro. PCR-Test werden am Rathaus nicht gemacht, der Aufwand ist der Apotheke zu groß. Nach den Beobachtungen von Dorda kommen die Menschen hauptsächlich aus Sicherheitsgründen. Viele seien bereits geimpft und wollen sich nochmals versichern, dass alles gut ist. „Ich haben den Eindruck, dass unsere Kunden gut informiert sind. Bei uns gab es keine heftigen Reaktionen, die Leute sind bereit zu bezahlen.“

Ähnliche Erfahrungen hat man auch in Marbach gemacht. Es betreibt die Schiller-Apotheke das Testzentrum der Stadt. Auch hier sei ein Rückgang auf rund ein Viertel zu verzeichnen. Inzwischen habe man nur noch 30 Menschen am Tag, die sich testen lassen wollen. In Marbach kostet ein Schnelltest 18 Euro, für den besseren PCR Test müssen 85 Euro bezahlt werden. „Das Testgeschäft läuft nach wie vor, allerdings in einem geringerem Umfang –auch am Wochenende“, so die Besitzerin Sigrid Ensslin. Die Leute wüssten, dass sie bezahlen müssten. Das werde akzeptiert und es gebe auch keine Diskussionen. Man würde allerdings beobachten, dass sich jetzt doch einige Menschen impfen lassen würden.

In der Arztpraxis von Dr. Klaus Nienhues in Bietigheim wurden schon immer kleinere Brötchen gebacken. Hier hatte man zwischen fünf bis zehn Schnelltests die Woche. Am vergangenen Mittwoch war noch gar keine Anfrage. Die Praxis hat noch einen zweiten Standort in Leonberg. Dort würden ähnliche Erfahrungen gemacht. Ein Schnelltest kostet hier auch 45 Euro mit einer eigenen Laborauswertung. Allerdings habe die Anzahl der PCR-Test zugenommen. Und das obwohl ein solcher Test in Bietigheim etwa 130 Euro koste.

Die Neckar-Apotheke in Gemmrigheim testet nicht vor Ort, sondern an fünf weiteren Standorten in der Region – unter anderem in Besigheim und in Ilsfeld. Hier hatte man ursprünglich 50 Testpersonen am Tag jetzt seien es nur noch 15. Ein Test kostet 12.90 Euro. PCR-Test werden auch hier nicht gemacht.

In Ludwigsburg haben sich viele Arztpraxen aus dem Testgeschäft verabschiedet. Dieses wird den großen Testzentren im Krankenhaus oder in der MHP-Arena überlassen. Schon in den vergangenen Wochen sei das Aufkommen immer weniger geworden.

An einer der Teststellen in Vaihingen sieht man die Entwicklung gelassen. Die Leute würden die Entwicklung entspannt nehmen. Es gebe zwar Klagen über den Preis – dieser liegt in Vaihingen bei 15 Euro – doch bisher sei die Situation noch recht ruhig. Noch immer sei ein Großteil der Kunden Stillende und Kranke, die sich nicht impfen lassen können.

Autor: