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Asperg legt bei Betreuungsplätzen nach

Das Baufeld ist geräumt, der Bagger steht bereit: In der Stadt beginnen die Arbeiten für die rund 6,5 Millionen Euro teure neue Kita Grafenbühl.

Symbolischer Spatenstich unter Coronabedingungen in Asperg. Foto: Ramona Theiss
Symbolischer Spatenstich unter Coronabedingungen in Asperg. Foto: Ramona Theiss

Asperg. Michael Weickmann vom Asperger Bauamt hatte am Montag den „Roten Punkt“ dabei, der am Bauzaun mit Kabelbinder festgezurrt wurde. Der zeigt, dass die Baustelle offiziell genehmigt ist. Die Parzelle ist groß, wie auch die Hügel mit Schotter und die Pfützen, die sich nach der Regennacht gebildet hatten. Das Gelände war immer schon Heimat für Kinder. 55 Jahre lang stand hier zwischen Wohnhäusern der Kindergarten Grafenbühl mit drei Gruppen. Der wurde vergangenes Jahr dann abgerissen und in die Zwischenlösung Monreposstraße mit vier Gruppen verlagert. Die Kinder und ihre Erzieherinnen waren bei den Vorbereitungen regelmäßig mit dabei und schauten zu, wie etwa Module mit dem Kran einschwebten. „Das war spannend“, sagt die Leiterin Kerstin Reitz – und werde sich in den nächsten Monaten wiederholen.

Die Kinder sollen erleben, wie und womit so ein neuer Kindergarten gebaut wird und wie er sich im Lauf der Zeit entwickelt. Geplant ist, dass sie die Baustelle unter Aufsicht besuchen, auch wenn viele von ihnen beim Umzug im Herbst 2022 bereits zur Schule gehen und nicht mehr unter der mächtigen alten Linde spielen werden. „Den Baum werden wir aber erhalten“, sagt Architekt Albrecht Schaible.

Der Abstand zum Neubau ist dafür offenbar groß genug. Der werde parallel zur Hohenzollernstraße hochgezogen. Zwei Etagen soll er bekommen und Platz für sechs Gruppen für über Dreijährige bieten. Die restliche Fläche ist Freigelände. „Nachhaltigkeit und Funktionalität nach pädagogischen Gesichtspunkten sowie der Wohlfühlcharakter hatten bei den Planungen höchste Priorität“, sagt Schaible. Entsprechend seien die Räume dimensioniert. Das Dach werde begrünt, dazu komme jede Menge Holz. Das soll dem Wohngebiet an der Grenze zu Eglosheim ein neues Gepräge geben.

„Wir kommen mit dem Neubau unseren Verpflichtungen bei der Kinderbetreuung nach und bauen das Asperger Ganztagsangebot weiter aus“, sagte Bürgermeister Christian Eiberger am Montag. „Ich freue mich darauf, wenn die Kinder das Gelände erobern.“ 80 Kinder sollen zwischen 7.30 Uhr und 17 Uhr betreut werden, 50 weitere Kinder zwischen 7.30 Uhr und 13.30 Uhr. Gut 6,5 Millionen lässt sich die Kommune den Neubau kosten. Gleich mit der Option, dass hier um eine Krippengruppe erweitert werden kann. Auf die ursprünglich vorgesehenen Wohnungen auf der Kita wollte die Mehrheit des Gemeinderats allerdings lieber verzichten.

Den Ausbau der Kinderbetreuung hat Asperg offenbar dringend nötig. Die Geburtenrate ist seit Jahren stabil, die Stadt wächst als beliebter Wohnort mit S-Bahn-Anschluss und attraktivem Umfeld durch Zuzüge immer weiter. Aktuell kann die Nachfrage gerade so gedeckt werden. „Abhängig von der coronabedingten beruflichen Situation in den Familien kann sich das allerdings sehr schnell ändern“, sagt die städtische Kita-Koordinatorin, Stephanie Knorpp.

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