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Astrazeneca-Termin: Warum man zum Kreisimpfzentrum kommen soll

Im Kreisimpfzentrum werden die Kontaktdaten aufgenommen, auch wenn Impfberechtigte unter 60Jahren nicht mit Astrazeneca geimpft werden wollen

Der Impfstoff von Astrazeneca wird aktuell nur an über 60-Jährige verimpft. Jüngere bekommen die Spritze nur, wenn sie das ausdrücklich wollen und nach einem ausführlichen Gespräch mit einem Arzt. Foto: Ramona Theiss
Der Impfstoff von Astrazeneca wird aktuell nur an über 60-Jährige verimpft. Jüngere bekommen die Spritze nur, wenn sie das ausdrücklich wollen und nach einem ausführlichen Gespräch mit einem Arzt. Foto: Ramona Theiss

Ludwigsburg. Seit vergangener Woche werden nur noch Impfberechtigte, die älter als 60Jahre sind, mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft. Jüngere können freiwillig mit dem Vakzin geimpft werden, nachdem sie ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Arzt hatten. Das Kreisimpfzentrum (KIZ) Ludwigsburg fordert alle, die einen Termin mit Astrazeneca haben, dazu auf, trotzdem ins KIZ in der Weststadt zu kommen – auch wenn man unter 60Jahre alt ist. Das hat auch einen guten Grund, erklärt Andy Dorroch, der Leiter des KIZ. Denn vor Ort werden die Kontaktdaten derjenigen aufgenommen, die nicht mit Astrazeneca geimpft werden können oder wollen. „Ich verstehe, dass es umständlich ist, extra herzukommen, ohne geimpft zu werden“, so Dorroch. Doch mit der Kontaktliste der Hotline 116117 habe man in Ludwigsburg schon mehrmals schlechte Erfahrungen gemacht, weil die falschen Kontaktdaten angegeben sind. „Wenn eine Telefonnummer mit der Vorwahl 12345 anfängt, wissen wir schon, dass wir die Person nicht erreichen“, sagt Dorroch.

Dem soll mit dem Vor-Ort-Termin entgegengewirkt werden. Das KIZ legt so eine eigene Warteliste an für die unter 60, die nicht mit Astrazeneca geimpft werden wollen. Dass diese Personen direkt eine Impfung mit Biontech bekommen, ist nicht möglich. Denn der Impfstoff von Biontech ist in Ludwigsburg bereits für andere Termine eingeplant. Alle, deren Termin nun abgesagt wird, werden von Mitarbeitern des KIZ informiert, sobald Anweisungen von der Landesregierung kommen, wie mit diesen umgegangen werden soll oder mehr Impfstoff geliefert wird, so Dorroch.

Es gebe manche Impfberechtigte unter 60, die den Termin mit Astrazeneca trotz Einschränkungen geimpft bekommen wollen, so Dr. Roland Kolepke, der leitende Arzt im KIZ. In solch einem Fall werde ein ausführliches Aufklärungsgespräch geführt und auch geimpft. Das ist so von der Ständigen Impfkommision (Stiko) empfohlen. „Wir Ärzte wollen hier aber niemanden überzeugen“, so Kolepke. Das heißt: Wer nicht mit Astrazeneca geimpft werden möchte, wird auch nicht geimpft.

Auch in der Altersgruppe gebe es Unsicherheiten, sagt Kolepke. Beim Aufklärungsgespräch mit einem Arzt vor der Impfung würden oft Fragen gestellt, ob der Impfstoff tatsächlich sicher ist. „Ich verstehe das voll und ganz bei dem ganzen Hin und Her“, sagt der Mediziner. Aber Studien würden zeigen, dass der Impfstoff bei über 60-Jährigen sicher sei. „Die allermeisten lassen sich nach der Beratung auch impfen“, so Kolepke. Wer sich jedoch dagegen entscheidet, hat die Möglichkeit, das Impfzentrum ohne Impfung zu verlassen.

Da nun die meisten der Astrazeneca-Termine, die von unter 60-Jährigen gebucht wurden, frei werden, wird die Warteliste von über 80-Jährigen der 116117 abgearbeitet. Mitarbeiter des Kreisimpfzentrums rufen kurzfristig an, um Termine auszumachen. Und selbst wenn an einem Tag dann mehrere unter 60-Jährige kommen, die trotzdem mit Astrazeneca geimpft werden möchten, sei das kein Problem, so Dorroch. Der Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers sei leichter zu handhaben als etwa der von Biontech, der erst aufgetaut werden muss. Deshalb sei es kein Problem, an einem Tag etwas mehr zu verimpfen.

Auf dieser Liste sind laut einem Sprecher des Landratsamtes noch rund 3000 Personen gelistet. „Leider sind viele hinterlegte Rufnummern falsch. Andererseits haben auch viele der Personen schon einen anderen Impftermin oder wollen keine Astrazeneca-Impfung“, sagt er. Die Mitarbeiter müssten im Schnitt zehn Personen anrufen, um einen Termin zu vereinbaren.

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