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Auch „Warmduscher“ dabei

Corona-Edition des 24-Stunden-Schwimmens ist ein voller Erfolg – Geschwommen wird in Zeitfenstern

Auch die Kleinsten machten bei 24-Stunden-Schwimmen mit.Foro: Andreas Becker
Auch die Kleinsten machten bei 24-Stunden-Schwimmen mit.Foro: Andreas Becker

FREIBERG. Als der Schwimmverein SGV Freiberg im Frühjahr während des Lockdowns die Planung für das 24-Stunden-Schwimmen in Angriff nahm, wurden die Organisatoren für verrückt erklärt. Der Vorsitzende Stefan Dahl ist jedoch froh, dass er sich von dieser Skepsis nicht irritieren ließ. So fand die beliebte Veranstaltung nach einem Jahr zwangsbedingter Pause am Wochenende unter dem klangvollen Namen „Corona Edition“ statt und wurde ein voller Erfolg.

Statt innerhalb der 24 Stunden zu jeder Zeit, beliebig oft die Bahnen im Wasser ziehen zu können, mussten die Teilnehmer eins von vier Zeitfenstern wählen, die jeweils vier Stunden umfassten. So war gewährleistet, dass maximal 50 Schwimmer gleichzeitig im Hallenbad waren. Schon vorab waren die meisten der 200 Teilnehmer Karten verkauft, nur nachts gab es noch wenige freie Plätze.

Anreise aus Berlin

Auch wenn die Corona-Regeln mit den Zeitfenstern die üblich geltenden Regeln einschränkten, „ist das typische „24-Stunden-Feeling da“, freute sich Stefan Dahl am Samstagabend. „Die Schwimmer sind sehr motiviert und froh, endlich wieder eine solche Veranstaltung besuchen zu dürfen.“ Die Rückmeldungen der Teilnehmer zwischen sieben und 89 Jahren waren durchweg positiv.

Eine Mutter freute sich, dass ihr Sohn statt der angepeilten 500 Meter sogar die doppelte Strecke schaffte. Ein anderer Teilnehmer äußerte gegenüber dem Schwimmverein den Wunsch, „das 24-Stunden-Schwimmen bei euch sollte es dreimal im Jahr geben.“ Auch 15 Schwimmer aus der deutschlandweiten Gruppe „Warmduscher“ waren wieder mit dabei. „Sie reisen zu solchen Events sogar aus Berlin und München an“, war der Vereinsvorsitzende glücklich über die treuen Stammkunden. Auch der zwölfjährige Freiberger Felix war wie schon in den Vorjahren mit Eltern und Schwester dabei. Mit seiner Leistung von 3000 Metern zeigte er sich zufrieden, als er Urkunde und Silbermedaille nach Ende der gebuchten Zeit in Empfang nahm.

Auch wenn es diesmal pandemiebedingt weder die Möglichkeit zur Übernachtung in der Stadthalle noch eine Bewirtung gab, hatte der Schwimmverein alle Hände voll zu tun. Denn zusätzlich zu den üblichen Aufgaben standen nach jedem Zeitfenster gründliche Desinfektions- und Putzarbeiten auf dem Plan. Tagsüber gab es Unterstützung von den Badefrauen, doch nachts war der Verein auf sich gestellt. „Es war schon immer mein Traum, um Mitternacht das Hallenbad zu putzen“, nahm es Dahl mit Humor.

Mit Freude und Stolz erfüllte ihn der Verwendungszweck des Erlöses. „Wir spenden dem TV 06 Bad Neuenahr-Ahrweiler 2000 Euro. Dieser Schwimmverein hat bei der Flutkatastrophe alles verloren und wir wollen einfach helfen“, erklärte Dahl, dass sein Verein das 24-Stunden-Schwimmen deshalb zur Charity-Veranstaltung erklärt habe.

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